Die Welt von Morgen: Wenn ein Algorithmus Chef wird

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Die Welt von Morgen: Wenn ein Algorithmus Chef wird

Was erwartet uns in Zukunft? Dieser Frage widmete sich der 6. Augsburger Technologietransfer-Kongress. Über 200 Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kamen auf Einladung der TransferEinrichtungen Augsburg und der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH in die Universität Augsburg und ins Technologiezentrum Augsburg zur größten Leistungsschau der Forschungseinrichtungen in Bayerisch-Schwaben zusammen.

 

Im Jahr 2014 wurde der erste Algorithmus in einen Unternehmensvorstand berufen – was erwartet uns noch? Wie sieht die zukünftige Arbeitswelt und Produktion unter den Vorzeichen der Digitalisierung aus, und sind die Unternehmen und Arbeitnehmer bereit für diese Zukunft?

Wenn man dem Experten Dr. Ole Wintermann von der Bertelsmann-Stiftung glauben darf, besteht in Deutschland hierzu noch dringender Handlungsbedarf. Von der durchschnittlichen Internetgeschwindigkeit über die Nutzung sozialer Medien bis zur Webpräsenz von Unternehmensvorständen: Deutschland belegt hier in Europa und teilweise auch weltweit bestenfalls durchschnittliche Plätze. Während in anderen Ländern die ersten Algorithmen in den Vorstand berufen werden, Unternehmensvorstände direkt mit Kunden twittern und Roboter Häuser bauen, betrachten viele Unternehmen in Deutschland Digitalisierung immer noch als ein Projekt für das ein CIO zuständig ist. Vom traditionellen Handwerk bis zum Bildungsbürgertum überwiegt hierzulande immer noch eine deutliche Skepsis. An einem Faktum festgesesetzt: Während 80% der Unternehmen das Fax regelmäßig nutzen, nutzt nur eine Minderheit vollumfänglich die Chancen sozialer Medien.

Dies ist besonders heikel, weil in der Welt von morgen nicht nur evolutionäre, sondern auch zahlreiche disruptive Änderungen auf die Unternehmen zukommen. Dr. Siegfried Behrend vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) sensibilisierte die Unternehmen für die gewaltigen Herausforderungen, die durch die Decarbonisierung der Wirtschaft, die zunehmende Kritikalität von Rohstoffen, die Neugestaltung der Wirtschaft durch den mentalen Wandel zur Sharing Economy oder auch durch die Neukonfiguration von Wertschöpfungsketten durch technologischen Wandel bevorstehen.

 

Glücklicherweise können die Unternehmen der Region bei der Anpassung an diese Herausforderung auf aktive Unterstützung bauen: Neun Forschungseinrichtungen der Region präsentierten den mehr als 200 Teilnehmern des Kongresses zahlreiche Innovationsansätze, mit denen sich Unternehmen auf die Zukunft einstellen können. Dabei gab es auch gute Nachrichten: Führend ist Deutschland z.B. in der Digitalisierung von Industrieprozessen, betonte Prof. Dr. Gunther Reinhart von der TU München. Mit dem neu eröffneten Mittelstand 4.0. Kompetenzzentrum Augsburg steht den Unternehmen hierzu nun ein kompetenter Ansprechpartner direkt vor der Haustür zur Verfügung, ein Projekt der neuen Fraunhofer Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik (IGCV).

In parallelen Fachsessions diskutierten Wissenschaftler mit Unternehmen nicht nur ausführlich Fragen zur Produktion der Zukunft, sondern auch zu Themen wie: Ist das Getriebe noch zu retten? Werden Fabriken zukünftig „energieflexibel“ nur noch bei Sonnenschein produzieren? Wie eng können Roboter mit menschlichen Kollegen kooperieren? Wem gehören Erfindungen?

Das TEA-Netzwerk der TransferEinrichtungen Augsburg hat den Kongress inzwischen bereits zum sechsten Mal veranstaltet und erneut den Nerv der Region Augsburg getroffen. „Als regional verwurzeltes mittelständisches Unternehmen ist es für uns von größter Bedeutung unsere regionalen Stärken im Wettbewerb einbringen zu können. Hierfür ist ein belastbares Netzwerk mit einem hervorragenden Zugang zu modernster Forschung und Entwicklung in Kooperation mit ebenfalls regional präsenten Geschäftspartnern von größter Bedeutung. Die auf dem Kongress geknüpften Kontakte bis hin zu Ministerien werden wir im Nachgang intensiv nutzen und aufrecht erhalten“, betont etwa Julian Hertzig, Geschäftsführer der Fleischwerke Zimmermann GmbH aus Thannhausen.

Den Nachbericht zum Kongress finden Sie hier: http://www.region-a3.com/service-fuer-unternehmen/innovation/technologietransferkongress/rueckblick/

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