Fachkräftesicherung in der Kreistags-Arena

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Fachkräftesicherung in der Kreistags-Arena

Rund 80 Unternehmensvertreter aus dem Landkreis Aichach-Friedberg folgten der Einladung des Landkreises Aichach-Friedberg und der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH. Im Rahmen eines Unternehmerabends wurden im Sitzungssaal des Landratsamtes gebündelt die regionalen Maßnahmen und Aktivitäten im Bereich der Fachkräftesicherung aufgezeigt.

Zum politischen Schlagabtausch kam es dieses Mal trotz Wahlkampf nicht im einer Arena gleichenden Sitzungssaal des Landratsamtes Aichach-Friedberg. Gleichwohl wurden hochbrisante Themen angeschnitten. Bereits in seiner Begrüßung  machte Landrat Christian Knauer die Relevanz des Themas Fachkräftesicherung auch für den Landkreis Aichach-Friedberg deutlich. „Maßnahmen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssen ebenso zum Portfolio eines Unternehmens gehören wie die Ausbildung“, so Knauer. Besonders in Sachen Ausbildung macht sich der Landkreis Aichach-Friedberg stark. So hat sich die Zahl der Auszubildenden im Landratsamt in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Die Ausbildungsbereitschaft auch kleinerer und mittelständischer Unternehmen sei prägend für die ganze Region.

Im Folgenden übergab Knauer das Wort an Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Landkreise Aichach-Friedberg und Augsburg sowie der Stadt Augsburg. Dieser gab einen knappen Überblick über Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg, welche bereits seit 2010 proaktiv die brennenden Themen rund um das Thema Fachkräftesicherung bearbeitet. Gemeinsam mit der Handwerkskammer für Schwaben, der Industrie- und Handelskammer Schwaben sowie der Agentur für Arbeit Augsburg und dem Deutschen Gewerkschaftsbund hat sich unter Federführung der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH ein Netzwerk gebildet, welches sich in regelmäßigen Treffen und Veranstaltungen der Fachkräftesicherung angenommen und ein breites Spektrum an Angeboten entwickelt hat. 2013 bundesweit als innovatives Netzwerk ausgezeichnet, gibt die Fachkräfte Initiative jährlich eine Zusammenschau ihrer bearbeiteten Themen im Rahmen einer gemeinsamen Großveranstaltung, letztmals im November 2013.

Anschließend übernahm Angie Roß, a.tv, als Moderatorin der Veranstaltung das Wort und begleitete die Beiträge der Mitglieder der Fachkräfte Initiative Wirtschaftsraum Augsburg. In einem ersten Beitrag von Brigitte Bieringer, Arbeitsagentur Augsburg, wurde eine neue Form der Beratung für Unternehmen vorgestellt: In der Qualifizierungsberatung können sich kleine und mittelständische Unternehmen bezüglich ihrer demografischen Struktur beraten lassen. Im Rahmen einer umfassenden Betrachtung werden beispielsweise Qualifizierungsmöglichkeiten für Mitarbeiter erarbeitet. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Tatsache, dass gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen das Thema Weiterbildung oft stiefmütterlich betrachtet wird, obwohl dies gleichzeitig ein Weg ist, die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens zu sichern. Die Beratung sowie einzelne Weiterbildungsmöglichkeiten sind kostenfrei.

Sodann betraten Roland Fürst, Agentur für Arbeit Augsburg und Helmut Jung, Deutscher Gewerkschaftsbund, die Runde und machten auf die Relevanz der Mitarbeiter 50plus aufmerksam. Wenn auch viele Unternehmen und Betriebe diese Zielgruppe noch nicht im Fokus haben, so wird sie doch auf Grund der Alterung der Gesellschaft zu einer immer häufiger vertretenen Mitarbeitergruppe. Darüber hinaus stellt die Arbeitsagentur für diese Zielgruppe einige Hilfestellungen bis hin zu finanziellen Zuschüssen parat, das Gespräch mit dem betreuenden Mitarbeiter aus dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur kann sich also lohnen.

„Einen weiteren Augenmerk ist auch auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu legen“, so Thomas Schörg von der IHK Schwaben. So sei beispielsweise die Teilzeitausbildung ein ideales Werkzeug für die Förderung von Fachkräften. Rund die Hälfte aller Alleinerziehenden in jungen Jahren habe keine Berufsausbildung, ein wichtiges Potenzial liege hier verborgen. In Sachen ausländische Fachkräfte hat die IHK ebenfalls schon Erfahrung gesammelt. Gemeinsam mit einer spanischen IHK wurden, nach entsprechender Vorbereitung im Heimatland sowie in Deutschland, Fachkräfte in die Region geholt. Ein Großteil blieb und hat Arbeit gefunden. Gleichwohl sind ausländische Fachkräfte auf Grund der interkulturellen Anforderungen sehr betreuungsintensiv. Ausländische Arbeitnehmer haben darüber hinaus auch die Möglichkeit ihren Abschluss in Deutschland anerkennen zu lassen. Ansprechpartner seien, neben IHK, HWK und Arbeitsagentur auch Einrichtungen wie Tür an Tür oder migranet. Sofern Unternehmen künftige Fachkräfte in der eigenen Region fördern möchten, bietet die IHK Schwaben darüber hinaus auch Schulpatenschaften für Unternehmen an.

Bei den Jungendlichen und den jungen Erwachsenen blieb es auch im weiteren Beitrag von Bärbl Kohler, HWK Schwaben, und Claudia Sperling, Agentur für Arbeit Augsburg. Die HWK hält ein eindrucksvolles Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene  parat, welches einen ebenfalls jungen Weg geht. Neben einer starken Imagekampagne des Handwerks wurde eine App entwickelt, welche Lehrstellen erfasst und so als Lehrstellenradar jungen Menschen zur Verfügung steht. Ferner gehen Matcher und Ausbildungsberater direkt in die Schulen und erreichen neben den Schülern auch die Lehrer. Hier knüpft auch die Agentur für Arbeit an, welche Jugendlichen denen die Ausbildungsreife fehlt, eine gesonderte Unterstützung leistet. Darüber hinaus werden diese bereits früh durch  Berufseinstiegsbegleiter an den Ausbildungsmarkt herangeführt.

Untermalt wurden die Vorträge durch die konkrete Benennung von Ansprechpartnern in den jeweiligen Institutionen.

Eine Fachkraft im Gespräch
Von der Theorie in die Praxis ging es dann durch die Vorstellung einer der portraitierten Fachkräfte. Im Gespräch mit Angie Roß gab Marc-Manuel Matz, Mitarbeiter von Federal Mogul in Friedberg, Auskunft über den konkreten Verlauf der Fachkräfte-Kampagne. So konnte er neben seinen plötzlichen Bekanntheitsgrad durch die Portraitierung in der Augsburger Allgemeinen Zeitung auch über die ein ausführliches Interview auf Klassik Radio berichten. Sowohl die Tatsache, dass die Auswahl seines Arbeitgebers auf ihn fiel, als auch, dass er durch die mediale Präsenz ein Botschafter seines Unternehmens wurde, macht Matz besonders stolz.

Dieses Blitzlicht war gleichzeitig das Ende der Veranstaltung und läutete ein sehr kommunikatives Beisammensein der Teilnehmer im Anschluss der Veranstaltung ein.

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