Holzbau kompakt sorgt für regen Austausch

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Holzbau kompakt sorgt für regen Austausch

Das Netzwerk Holzbau im Wirtschaftsraum Augsburg präsentierte vom 10.11.2014 bis 08.12.2014 die Seminarreihe „Holzbau kompakt – Aus der Praxis für die Praxis“. Der Einladung zur Veranstaltungsreihe folgten jeweils zwischen 50 und 100 interessierte Teilnehmer, darunter Bauingenieure, Architekten, Holzbauer und Studenten in die Hochschule Augsburg.

Der Erfolg der Serminarreihe „Holzbau kompakt“ stellte sich bereits im ersten Jahr, 2011, ein. Dass 2014 dann sogar ein einzelner Seminarabend über 100 Teilnehmer begeisterte, krönte die bisherige Arbeit rund um dieses Veranstaltungsformat. Das Netzwerk Holzbau im Wirtschaftsraum Augsburg bietet Zimmerern, Holzbauern, Planern, Architekten und Akteuren der Immobilienwirtschaft die Möglichkeit, Details und Informationen zu Anwendungsbeispiele, Neuerungen bei Normen und im Baurecht sowie innovativen Baulösungen aus erster Hand zu erfahren. Praxisnah und kompakt gestalteten die hochkarätigen Referenten die Seminarabende.

Vier Veranstaltungen – vier Experten
2014 begeisterten Prof. Dr. Stefan Winter, bauart Konstruktions GmbH & Co.KG und Professor an der Technischen Universität München, Dipl.-Ing. Torsaten Windmüller, Gütegemeinschaft Deutscher Fertigbau e.V., Robert Borsch-Laaks, Sachverständiger für Bauphysik, und Andreas Kraft vom Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmerhandwerks die insgesamt über 280 Teilnehmer an vier Vortragsabenden. „Staubtrocken“ nennt Torsten Windmüller seinen Vortrag, bei dem es sich um erforderliche Überwachung und Qualifizierung für Holztafeln von Holzhäusern handelt. „Sehr wichtig“ nennen die Teilnehmer diesen Themenkomplex, der sie immer wieder vor Herausforderungen stellt. Überwachung und Qualität beim Bau bedeuten Sicherheit während der Nutzung des Gebäudes.

Flachdächer sind Architekturtrend und fordern bauphysikalisches Fachwissen. Die Praxisbeispiele und Schadensfälle, die Referent Robert Borsch-Laaks präsentierte, waren lehrreich und verdeutlichen, was bei Planung und Ausführung zu beachten ist. Material, Verbindung und Lage sind nur drei Aspekte, die beim Flachdachbau besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Holzbau kompakt_2014 (2)

Voller Saal beim Vortragsabend zum Thema Flachdachbau

Ein weiterer Trend ist die Kombination verschiedener Bauweisen und Materialien – der Hybridbau. Prof. Dr. Stefan Winter zeigte auf, dass Mischbaukonstruktionen aus beispielsweise Holz, Beton und Stahl besonders zukunftsträchtig und erfolgreich sind, unter anderem auch, was den Preis angeht. Ein Stahlbetontragwerk mit einer vorgefertigten Holzfassade macht den Bau nicht nur schneller, sondern bringt dem Bauherren durch geringere Wandstärken bei gleicher Dämmung auch noch mehr Wohnfläche ein. Zudem sei es auch ein Thema der Ökobilanz: fossile Werkstoffe werden durch erneuerbare Werkstoffe ersetzt und sind somit nachhaltig und zukunftsträchtig.

Für regen Austausch sorgte der Vortrag von Andreas Kraft vom Landesinnungsverband des Bayerischen Zimmererhandwerks. Die neue Fachregel für Balkone und Terrassen befindet sich noch in der Abstimmung, einige Neuerungen wurden aber bereits an diesem Abend vorgestellt. Neben der konstruktiven Planung und der richtigen Produktauswahl ist die fachgerechte Ausführung wichtig, aber auch nur, wenn die Pflege danach ebenfalls stimmt. Und genau das macht es vielen Gutachtern gerade im Schadensfall so schwierig.

Die Seminarreihe des Netzwerks Holzbau im Wirtschaftsraum Augsburg, die von der Hochschule Augsburg, der Bayerischen Architektenkammer, der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau sowie den Zimmererinnungen Augsburg, Donau-Ries, Dillingen, Günzburg/Krumbach und Neu-Ulm/Illertissen unterstützt wird, wird im Jahr 2015 fortgeführt.

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