Luftqualität verstehen für eine bessere Gesundheit

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Luftqualität verstehen für eine bessere Gesundheit

Trotz der von der EU festgesetzten Grenzwerte für Feinstaub, Stickstoffdioxid und andere Luftschadstoffe werden diese in vielen deutschen Großstädten nach wie vor überschritten. Vielfältige Gegenmaßnahmen wie das Einführen von Umweltzonen und das Aufstellen von Luftreinhalteplänen haben bisher zwar zu einer Verbesserung der Luftqualität beigetragen, erfüllen aber trotzdem bei Weitem noch nicht die Erwartungen der zuständigen Behörden.

Welchen Einfluss die Luftqualität in Ballungsräumen auf die Gesundheit der Bürger hat und welche Maßnahmen für die Verbesserung der Luftqualität ergriffen werden können, um dem Auftreten von Allergien entgegenzuwirken, haben sieben Experten im Rahmen des Symposiums „Umwelt und Gesundheit mobil“ Ende Juli 2015 diskutiert. 70 Gäste folgten der Einladung der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH.

Wie die zum Teil gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen von Pollen in Kombination mit Luftschadstoffen aussehen und an welchen Stellen weiterhin dringender Forschungsbedarf besteht, erläuterte Frau Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin des Institutes für Umweltmedizin, TUM und Chefärztin der Umweltmedizin am Klinikum Augsburg.

Experten aus den Bereichen Umwelt, Gesundheit und Klimaforschung diskutierten im Rahmen der Podiumsdiskussion über die gesetzlich festgelegten Grenzwerte sowie die Ermittlung der Messwerte. Vom Gesetzgeber werden in den Städten aktuell nur Erfassungen an einzelnen Messstationen angeordnet, die sich z. B. an hochfrequentierten Straßen befinden. Basierend auf diesen Punktmessungen werden dann mittels Luftqualitätsmodellen die Werte für das gesamte Stadtgebiet errechnet. Dass mittlerweile auch Satelliten, UAVs sowie Personen zur Erhebung von Luftqualitätsdaten herangezogen werden können zeigt, welche gewaltigen Fortschritte sich getan haben. So lassen sich aus Satellitendaten beispielsweise die Ozon-, Stickstoffdioxid- sowie die Feinstaubbelastung bestimmen, wie es zum Beispiel im Projekt obsAIRveYourBusiness getan wird. Dr. Ulrich Reuter, Leiter der Abteilung für Stadtklimatologie der Landeshauptstadt Stuttgart, betonte auch, dass nicht nur die Messungen detaillierter werden müssen, sondern dass etwas gegen diese Werte an sich getan werden muss. Denn selbst wenn ausschließlich nur noch eCars zugelassen wären, würde die Feinstaubbelastung weiterhin bestehen, da diese unter anderem auch durch Reifenabrieb und Aufwirbelung entsteht.

Fazit: Neben einem breit angelegten Maßnahmenbündel der Städte sind auch die Bürger gefragt, sich aktiv an der Verbesserung der Luftqualität zu beteiligen. Raumfahrttechnologien können dabei helfen, die Luftqualität zu bestimmen und so als Indikator für die Effektivität der durchgeführten Maßnahmen dienen.

Den Hintergrund der Veranstaltung bildet das Projekt obsAIRveYourBusiness, welches im Rahmen der EMMIA Initiative (European Mobile and Mobility Industries Alliance) gefördert wird. Ziel des von der EU geförderten Projekts obsAIRveYourBusiness ist es, kundenspezifische, satellitengestützte, hochauflösende Luftqualitätsvorhersagen für Städte und Regionen anzubieten. Die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH ist gemeinsam mit dem DLR, dem bayerischen Luft- und Raumfahrtcluster bavAIRia und weiteren Partnern im Projekt engagiert. Weitere Informationen finden Sie unter: www.obsairveyourbusiness.eu oder www.mobilise-europe.mobi/.

 

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