Symposium Composites 2017 im Wirtschaftsraum Augsburg

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Symposium Composites 2017 im Wirtschaftsraum Augsburg

Ausgehend vom Wirtschaftsraum Augsburg entsteht ein europäisches Kompetenzzentrum für CFK-Leichtbau, das die gesamte Wertschöpfungskette der CFK-Technologie abdeckt.

Der Spitzencluster MAI Carbon im Städtedreieck München, Augsburg, Ingolstadt verfolgt das Ziel, die CFK-Technologie bis 2020 zur Großserienfähigkeit zu führen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Sprunginnovationen entlang des kompletten Bauteil-Lebenszyklus erforderlich. Dies ausgehend vom Faser- und Matrixmaterial über die Fertigung der Bauteile und Produktsysteme bis hin zu schlüssigen Recyclingkonzepten. Den vertretenen Partnern in der Schlüsseltechnologie CFK verhilft es zu einer Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Die Projektergebnisse von MAI Carbon bildeten den größten Teil der Inhalte des zweitägigen Symposiums Composites an der Messe Augsburg. Das Symposium stellt eine junge und wachstumsstarke Plattform für Entscheider und Interessierte aus den Faserverbundanwendungsbranchen Automotive und Transport, Luft- und Raumfahrt, Maschinen-und Anlagenbau sowie aus den wichtigen Querschnittsthemen Bildung, Effizienz und Nachhaltigkeit dar. Anwendungsorientiert und innovativ präsentiert sich die Fachveranstaltung an der Messe Augsburg. Die regionale Wirtschaftsförderung Regio Augsburg Wirtschaft GmbH war zusammen mit der Plattform Ressourceneffizienz, der Augsburg Innovationspark GmbH und der Stadt Augsburg mit einem Gemeinschaftsstand vertreten.

Die Messe Augsburg fördert den Aufbau und die Entwicklung des Symposiums mit einem Multi-Location-Ansatz, der die Aspekte Messe, Ausstellerstände und Networking strategisch miteinander verknüpft. „Augsburg nimmt mit dem Raum Schwaben eine internationale Führungsrolle als Kompetenzregion für CFK-Technologien ein. Die Dichte an Wissensträgern, Netzwerken und Anwendungsbranchen ist hier einzigartig. Im Wirtschaftsraum Augsburg, dem Bayerischen Zentrum für Ressourceneffizienz, ist die Veranstaltung daher hervorragend angesiedelt“, so Wolfgang Hehl, Geschäftsführer der Augsburg Innovationspark GmbH und Manager des Technologiezentrums Augsburg, in welchem auch MAI Carbon beheimatet ist. Die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH ist mit der Plattform Ressourceneffizienz offizieller Partner des in Augsburg am Bayerischen Landesamt für Umwelt angesiedelten Bayerischen Ressourceneffizienz-Zentrums.

Nachhaltigkeit gefragt

Entscheidend für die nachhaltige Etablierung dieser neuen Technologie sind zwei Grundvoraussetzungen: Zum einen muss es gelingen, die Kosten für die Herstellung von CFK-Bauteilen erheblich zu senken, und zum anderen muss ein völlig neues Bildungsangebot entwickelt werden, das den besonderen Herausforderungen der Carbon Composites gerecht wird. Damit wird die Grundvoraussetzung für die nachhaltige Implementierung der neuen Technologie der Carbon Composites erreicht und gleichzeitig der Region zu einem weiteren Alleinstellungsmerkmal verholfen. Als ein wichtiges Thema wird daher auch der Mensch mehr ins Zentrum gerückt. Ein Fazit der Veranstaltung lautete, dass man auf einem guten Weg zur industriellen Fertigung sei. Das Thema Recycling wächst aus den Kinderschuhen heraus und die Internationalisierung nimmt auch Fahrt auf – Entwicklungspartnerschaften müssten hierbei auch das Ziel „Win für Deutschland/Europa“ enthalten. Gemäß MAI Carbon hätten Europa und Deutschland noch einen Vorsprung in der Composites-Technologien Entwicklung und Nutzung im Multi-Material-Ansatz. Jedoch müssten Innovationsphasen nun dringend in Innovationen münden. Zur Sicherung einer nachhaltigen Position seien Förderungen insbesondere für Pilotierungen und regionale/nationale Technologiezentren nötig. Die Bildungsangebote in den Bereichen wachsen; auch hier hat Augsburg mit zahlreichen Aus- und Weiterbildungsgängen sowie wissenschaftlichen Forschungsprojekten deutliche Vorteile. Bestand die (CFK-)Welt vor 2010 noch aus einer geringen Automatisierung, hohen Kosten, keinem Recycling, keinen Standards und Unsicherheiten in der Auslegung, so lautet das Szenario für 2020: weitgehende Automatisierung, Reduktion der Kosten, geschlossene Recyclingketten, standardisierte Verfahren und eine abgesicherte Auslegung.

Auch die Fördergeber sind äußerst zufrieden mit den Ergebnissen. „MAI Carbon hat international in der CFK-Forschung Maßstäbe gesetzt“ so Ministerialdirigent Dr. Manfred Wolter vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie beim Festakt am Mittwochabend. Ministerialrätin Liane Horst vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gratuliert zu den Ergebnissen – 36 geförderte Projekte, 330 Folgeprojekten, 30 Firmengründungen sowie mehr als 450 Dissertationen und Habilitationen – ruft aber mit Nachdruck zur Weiterarbeit an den Themen auf.

Passend zu der Veranstaltung erreichte am 19. Juli zudem eine Erfolgsmeldung Augsburg: Das Augsburger Raumfahrtunternehmen MT Aerospace AG, eine Tochter des börsennotierten Technologiekonzerns OHB SE*, hat eine neue Technologie für kohlefaserverstärkte Raketenmotorgehäuse (CFK-Booster) erfolgreich getestet. Augsburg soll neben dem Standort Colleferro nahe Rom der zweite Produktionsstandort für CFK-Booster der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 6 werden, die die bisherige Stahl-Variante der Ariane 5 ersetzen. Mit dem erfolgreichen Test wurde ein entscheidender Meilenstein erreicht. Seit Sommer 2013 arbeitet MT Aerospace zusammen mit dem Projektpartner DLR- Zentrum für Leichtbau-Produktionstechnologie (DLR-ZLP) im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur ESA (Projekt FORC) und der Bayerischen Staatsregierung (DLR-ZLP Projekt KOFFER) an der Entwicklung. Der Jungfernflug für die neue ARIANE 6 ist für 2020 avisiert.

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