Zwei Welten zusammenbringen

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Zwei Welten zusammenbringen

Am 22. Juli fand in den Räumen der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH erstmals ein Treffen mit Personalverantwortlichen und Auszubildenden aus Unternehmen der Region statt, um sich über vielversprechende und weniger erfolgreiche Wege der Ansprache von potentiellen Auszubildenden zu verständigen. Dabei bildeten die betriebliche Praxis im Personalmanagement und der persönliche Erfahrungshorizont der jungen Berufseinsteiger die Grundlage für den gemeinsamen Austausch und die Gruppenarbeit in zwei getrennt ablaufenden Workshops. Für die Vertreter der Unternehmen und der Wirtschaftsförderung kamen einige augenöffnende Erkenntnisse zum Tragen: Denn was als Königsweg zielgruppenaffinen Marketings und Recruitings gilt, zielt offenbar, so die Quintessenz des Nachmittags, nicht unbedingt in Herz und Verstand der Jugendlichen.

Was „lesen“ junge Leute?

Es nimmt nicht Wunder, dass die jungen Menschen sich überwiegend in der digitalen Welt informieren, jedoch nur auf eng definierten Kanälen wie YouTube, WhatsApp, privat genutztem Facebook und ausgesuchten Firmen-Homepages. Die Rolle von Eltern und Lehrern bei der schwierigen Suche nach dem geeigneten Ausbildungsberuf und bei der Begleitung im Bewerbungsprozess wird von den Auszubildenden sehr hoch bewertet. Von beiden Seiten als gleich wichtig erachtet wird die jährliche Fit for Job als die Jobmesse, bei der die Anbahnung von Bewerbungen um freie Ausbildungsplätze oder vorgeschaltete Praktika ganz gut funktioniert – wobei hier meist die Eltern den persönlichen Kontakt herstellen und die Jugendlichen schweigsam daneben stehen, wie berichtet wurde.

Einbindung von Schulen und Lehrern

Sowohl die Unternehmensvertreter als auch die Auszubildenden teilen einen einhelligen Wunsch: Dass in den Schulen stärker auf die Themen Berufswahl und -einstieg vorbereitet wird, als dies jetzt zumeist der Fall ist. Obwohl vielerorts durch engagierte Lehrkräfte und Kooperationen mit einzelnen Schulen Hilfestellung stattfindet, sind diese Lerninhalte keineswegs institutionalisiert oder in standardisierter Form im Lehrplan verankert. Doch gerade die Schüler sind die Zielgruppe, die noch vor dem Schulabgang zu adressieren ist, um sie für Karrierewege außerhalb der schulischen und akademischen Laufbahn zu begeistern. Hier wurde Handlungsbedarf erkannt, den die anwesenden Vertreter der Stadt Augsburg für sich nicht nur als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb für 22 Berufsbilder, sondern auch als schulpolitische Anregung mitnahmen.

Werbung für die Zielgruppe

Ein Werbekanal mit großer Akzeptanz ist das Radio. Weit abgeschlagen hingegen sind die Printmedien und -kanäle, die für die Personalverantwortlichen in großer Fülle eine überaus gewichtige Rolle im Personalmarketing-Mix spielen. Ob Veröffentlichungen in der Tagespresse oder regionalen Magazinen, aufwändig produzierte Imagebroschüren und Flyer speziell für Auszubildende – allenfalls die Eltern lesen solche Publikationen, die jungen Leute interessieren sich praktisch gar nicht dafür. Die regionale Fernsehwerbung wird ebenso wenig wahrgenommen. Erstaunlich auch, dass Informations- und Beratungsangebote sowie die Online-Jobbörsen unterstützender Player wie der Kammern und der Agentur für Arbeit oder die einschlägigen kommerziellen Jobportale teils gar nicht bekannt sind, die speziell für die jugendlichen Nutzer programmierten mobilen Apps zu vakanten Ausbildungsplätzen eingeschlossen. Für Kampagnen um Auszubildende empfiehlt sich also unbedingt, die Werbemaßnahmen auf das Kommunikationsverhalten und die Vorlieben der jungen Menschen abzustimmen und sich von alten Zöpfen zu verabschieden.

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