Müll ist Rohstoff am falschen Ort – innovatives Produktdesign ist gefragt

Wie lange reichen die weltweiten Kupferreserven noch? Schätzungen besagen, dass die Vorräte nur noch rund 60 Jahre reichen werden. Metalle sind nur ein Beispiel für Rohstoffe, die angesichts des ungebrochenen weltweiten Wachstums knapp zu werden drohen oder nur unter immer höherem Aufwand gewonnen werden können.

Rund 30 Teilnehmer diskutierten in Augsburg beim Gründungstreffen der Regionalgruppe des Cradle-to-Cradle e.V. über Wege, sinnvoll mit diesen begrenzten Ressourcen umzugehen. Das von Dr. Michael Braungart entwickelte Cradle-to-Cradle Konzept zielt auf die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Produkts, nicht nur von der Wiege bis zur Bahre, sondern bis zur erneuten Verwendung. Nach diesem Prinzip existiert kein Müll, sondern es zielt darauf ab, Rohstoffe nach dem Vorbild der Natur so im Kreis zu führen, dass Abfälle zu neuen Produkten werden.

Dieser Ansatz bietet Unternehmen ein Konzept für innovatives Produktdesign, das zunehmend an Popularität gewinnt. Produkte können nach dem Cradle to Cradle-Standard zertifiziert werden. Bewertet werden dazu etwa die Schadstofffreiheit, Materialwiederverwendung, erneuerbare Energien und CO2 Emissionen, Wassermanagement und soziale Fairness. Je nach Bewertung dieser Kriterien erhalten Produkte eine Zertifizierung in Bronze, Silber oder Gold oder Platin. Die Zertifizierung ist dabei als Roadmap zu verstehen, die über verschiedene Stufen die allmähliche Verbesserung der Kreislauffähigkeit fördert. Ein Produkt kann dabei in verschiedenen Kriterien durchaus auch verschiedene Standards erfüllen.

Zu den bislang zertifizierten Produkten gehören z.B. Reinigungsprodukte von Frosch. Oder das Mushroom Material, das als Stypropor-Ersatz Verwendung findet. Hierbei wird ein Pilz genutzt, der in eine vorgegebene Form hineinwächst und so eine zu 100 % biologisch abbaubare Verpackung ergibt. Auch die Firma Stabilo produziert mit Cradle to Cradle zertifizierte Greenpoint-Stifte, deren Schäfte aus recycelten Kunststoffen entstehen. Sogar C&A bietet mittlerweile die ersten Cradle-to-Cradle T-Shirts an. Zunehmende Verbreitung findet das Konzept auch in Bauprodukten.

Für Unternehmen kann dabei vor allem auch der Aspekt der Entsorgungskosten interessant sein. Durch die schadstofffreiere Gestaltung und die anvisierte Kreislaufführung der Produkte können Unternehmen teilweise erhebliche Entsorgungskosten sparen.

Die neu gegründete Augsburger Regionalgruppe trifft sich zweiwöchentlich am 2. und dem 4. Donnerstag um 19:30 Uhr im Café Dreizehn. Nähere Informationen bei Facebook unter https://www.facebook.com/groups/c2caugsburg/.

Von | 2018-04-18T10:32:03+00:00 18. April 2018|Nachhaltiges Wirtschaften, Regionalmanagement, Ressourceneffizienz|

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