Cool Germany – cool Augsburg! Eine neue Klammer für das deutsche Standortmarketing

Am 27. Juni lud die Germany Trade & Invest (GTAI) im geschichtsträchtigen Umfeld des Checkpoint Charlie zu einem Austausch über das deutsche Standortmarketing ein. Der Veranstaltungsort lag mitten im ehemaligen Zeitungsviertel mit einst 500 Beschäftigten. Der denkmalgeschützte Michaelsen Palais, durch dessen Mitte bis 1990 noch die Zonengrenze verlief, war sozusagen der beste Ort, um sich gemeinsam Gedanken zu machen über Deutschlands Rolle in der Welt und umgekehrt. Rund 70 Wirtschaftsförderer aus Ländern und Kommunen sowie Ansiedlungsbeauftragte folgten dem Ruf nach Berlin zur inzwischen zweiten Standortkonferenz. Es handelte sich um Vertreter des Wirtschaftsministeriums, Bundesverbands der Deutschen Industrie, GTAI, Ernest & Young, der United Nations Conference on Trade and Development, des Rats für Nachhaltige Entwicklung und vielen weiteren Wirtschaftsakteuren. Die Gäste diskutierten über globale Herausforderungen für das deutsche Standortmarketing und das Image Deutschlands als Wirtschafts- und Investitionsstandort. Konsens der Referenten und Diskutanten bestand darüber, dass ein neuer, nachhaltiger Ansatz benötigt wird, um Deutschland als Wirtschaftsstandort besser zu vermarkten. Daran können Bund, Länder und Kommunen gemeinsam arbeiten. In dem Zusammenhang stellte GTAI die neue Plattform für ein partnerschaftliches Standortmarketing vor. Sie soll zukünftig allen Wirtschaftsförderern bei der internationalen Ansiedlungswerbung gute Dienste erweisen; deren Go-Live findet im Herbst statt.

Bereit sein für neue Märkte
Viele Ranglisten und Studien sprechen dafür, dass Deutschland nach wie vor einer der Top Investitionsstandorte ist (Link: EY Attractiveness Survey 2018). Auf der Standortkonferenz wurde kritisch darüber diskutiert, welche Ereignisse die Entwicklung und das Ansehen Deutschlands negativ beeinflussen können. Man dürfe sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen, was auch der Rückgang des aktuellen ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland zeigt. Zu Bedenken gibt, das jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland vom Export abhänge, in der Industrie sei es sogar jeder zweite. Die Themen „Digitalisierung / Transformationsprozesse“ und „Nachhaltigkeit“ gelte es besser im deutschen Standortmarketing zu integrieren und die Akteure besser miteinander zu verzahnen. Insgesamt gingen heute Entwicklungen immer schneller vonstatten, darauf müssten auch Länder und Kommunen gut vorbereitet sein.

Ein Blick von außen
Wie wird Deutschland von internationalen Wirtschaftsentscheidern wahrgenommen? Der britische Economist titelte unlängst „Cool Germany“! Deutschland werde offener und vielgestaltiger – und: cooler. Die Einschätzung von Ernest & Young ist, dass Deutschland von ausländischen Unternehmen bereits als höchst attraktiv wahrgenommen wird. Deutsche Partner bieten Verlässlichkeit und Genauigkeit. Eine Untersuchung von WAVTEQ zeigte: Unternehmen haben zahlreichen Motive für Direktinvestitionen in Deutschland und der EU. Dazu zählen der Zugang zu europäischen sowie inländischen Märkten und Kunden, der Zugang zu qualifizierten Fachkräften, Regulierungen und das gute Geschäftsklima, Technologien und Innovationen, Infrastruktur und Logistik, industrielle Cluster, Universitäten und Forschung, Attraktivität und Lebensqualität. Weitere Infos siehe: www.wavteq.com/publications (how to identify target sectors for inward investment / How to identify inward investors that will have the biggest impact on Sustainable Development?)

Was ist noch zu tun?
Ein Ziel sollte sein, die Produktivität in der Produktion mithilfe von Digitalisierung zu steigern. Mehr Technologien sollten exportiert, mehr ins Inland investiert und Forschung betrieben werden. Das Alleinstellungsmerkmal Deutschlands sei auch in der Produktivität die Präzision, die es noch besser zu vermarkten gelte. Zu den Schwächen zählen im internationalen Vergleich zu hohe Arbeitskosten und Unternehmensbesteuerungen. Der demographische Wandel zeigt zudem, dass Zuzug dringend benötigt wird. Nachhaltigkeit werde heute von Kunden und Teilhabern gleichermaßen gefordert. Wichtig sei, Veränderungen zu generieren, die auch international skaliert werden. Die Stärken des deutschen Mittelstandes könnten noch besser kommuniziert werden. Bereiche, die noch nicht nachhaltig sind, müssten verändert werden. Gute Cluster, die darauf einzahlen, sind bereits in Deutschland angesiedelt, siehe z.B. clean technologies. Das alles unterstützt Deutschlands (langfristige) Wettbewerbsfähigkeit.

Rund 70 Gäste diskutierten auf der 2. Standortkonferenz in Berlin über zukünftige Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die Eventlocation am Checkpoint Charlie bot ein geschichtsträchtiges Umfeld für die Behandlung von Themen rund um die Wirtschaftslage, Ansiedlungsförderung, Nachhaltigkeit und Vermarktungsstrategien.

 

Von |2018-06-28T12:37:56+00:0028. Juni 2018|Regio-Blog, Regionalmarketing / Standortmarketing A³|

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