Augsburger Nachhaltigkeitstreffen feiert Premiere

Als regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat sich die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH das Thema „nachhaltiges Wirtschaften“ auf die Fahnen geschrieben. Im Wirtschaftsraum Augsburg A³ gibt es zahlreiche Akteure in diesem Bereich. Sie zusammenbringen und so das Kennenlernen und Ausloten möglicher gemeinsamer Projekte fördern: Das war das Ziel des ersten Nachhaltigkeitstreffens am 28. Juni 2018 im Waldpavillon Augsburg.

Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, und Annabell Hummel, Leitung Kommunikation und Nachhaltiges Wirtschaften bei der Regio, begrüßten die Gäste in einer besonderen Location. Im Waldpavillon Augsburg können Besucher den Stadtwald mit allen Sinnen erleben: Baumrinden fühlen, die Waldbewohner kennenlernen oder das gefilterte Trinkwasser schmecken. Der Waldpavillon ist als Bildungsstätte für Kinder und Schüler konzipiert – doch auch Erwachsene können hier einiges entdecken. Die Location war nicht zufällig gewählt. Es ging den Veranstaltern darum, einmal die Perspektive zu wechseln und neue Impulse zu setzen. Zudem zieht sich das Thema Bildung wie ein roter Faden durch den Bereich Nachhaltigkeit. Oder anders gesagt: Nachhaltigkeitsarbeit ist Bildungsarbeit. Für nachhaltiges Wirtschaften und CSR-Themen zu sensibilisieren und darüber zu informieren, steht auch für die Regio im Vordergrund.

Gemeinsam nachhaltig wirken: So werden regionale Netzwerke erfolgreich

Alle Teilnehmer des Treffens verfügten bereits über Kooperationserfahrungen. Mit anderen zusammenzuarbeiten ist aufwendig, aber auch effektiv – so der Konsens. Der Vortrag von Dr. Christian Schilcher von der Bertelsmann-Stiftung drehte sich um die Frage: Wie werden regionale Netzwerke erfolgreich aufgebaut? Laut Schilcher helfen drei Fragen dabei, sich weiterzuentwickeln. Die erste lautet: Was haben wir vor? Die zweite: Wo wollen wir hin? Und die dritte: Was muss sich verändern? Diese Punkte müssen gleich zu Anfang geklärt werden. Dabei gebe es häufig zu wenig Transparenz. Viele Kooperationen würden daran scheitern.

Die Nachhaltigkeitsarbeit braucht die Wirtschaft

Vom Imagegewinn und gesellschaftlicher Akzeptanz bis hin zu neuen Ideen und Möglichkeiten, eigene Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden und neue Fachkräfte zu finden: Kooperationen im Bereich Nachhaltigkeit bringen auch für Firmen viele Vorteile. Das hat die Wirtschaft längst erkannt. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung spenden Unternehmen lieber Geld, als dass sie in Personal für Nachhaltigkeits-Themen investieren. Sport, Bildung und Soziales sind die Bereiche, die am meisten davon profitieren. Eine gute Nachricht für regionale Akteure: Am liebsten setzen sich Unternehmen vor Ort ein. Dabei findet rund 70 Prozent des Engagements von Betrieben in Kooperationen statt. Hier sind Unternehmen – zumindest zu Anfang – für kleinere Formate leichter zu gewinnen als für große: Sie wollen sich nicht lange binden und schnell Resultate sehen. Kooperationen dürfen kein Selbstzweck sein, sie müssen greifbar bleiben und brauchen konkrete Ziele, in denen sich die beteiligten Firmen wiederfinden.

In Augsburg gibt es viele Strukturen

Doch wie sieht es nun konkret in Augsburg aus, was die Themen CSR, Nachhaltigkeit und Zusammenarbeit angeht? Von Wissenschaft über Wirtschaft bis hin zur Bildung: Die Nachhaltigkeits-Akteure im Großraum Augsburg sind in sehr unterschiedlichen Bereichen tätig. Statt zahlreicher einzelner Akteure die breite Wirtschaft einzubinden, gestaltet sich als schwierig. Doch als sehr positiv bewertet wurden die vielen Strukturen, die es in Augsburg bereits gibt. So können mehrere Themen, Projekte und Ansätze gleichberechtigt nebeneinanderstehen und sich weiterentwickeln. Dass der Fokus so breit ist, hat Vor- und Nachteile: Wie viele Netzwerke sind notwendig, wann sind es zu viele, wann wird diese Vielfalt undurchschaubar? Auch diese Fragen wurden diskutiert.

Aktuelle Nachhaltigkeitsprojekte im Überblick

Die Teilnehmer tauschten sich über konkrete und bereits geplante Projekte im Wirtschaftsraum Augsburg aus. Dabei wurden die gemeinsamen Handlungsfelder deutlich. So soll zum Beispiel das Nachhaltigkeitsportal A³ Ansprechpartner, Institutionen und Good-Practice-Beispiele rum um nachhaltiges Wirtschaften aufzeigen. Themenschwerpunkte sind Nachhaltigkeit für Fachkräftesicherung, CSR für Innovationsmanagement oder Arbeit 4.0. Primäre Zielgruppe sind Entscheider aus Unternehmen.

Ebenfalls vorgestellt wurde unter anderem ein Forschungsprojekt der Universitäten Augsburg und Wien: Comparative Green Management vergleicht ökologische Strategien im Personalmanagement. Dieses noch relativ junge Forschungsfeld will die Ziele des einzelnen Unternehmens und der Gesellschaft im Ganzen vereinbaren.

Regelmäßige Nachhaltigkeitstreffen gewünscht

Insgesamt wurde das erste Nachhaltigkeitstreffen sehr gut aufgenommen. Die deutliche Mehrheit der Teilnehmer wünscht sich ein regelmäßiges Zusammenkommen in diesem Format. Eine Idee wurde gleich mehrfach geäußert: mehr Vertreter aus Wirtschaft und Politik an den Tisch zu holen. Zugleich wünschten sich die meisten Teilnehmer für künftige Treffen mehr Zeit, um zu netzwerken und sich untereinander auszutauschen.

Hier eine kurze Übersicht aller im Rahmen des Nachhaltigkeitstreffens vorgestellten Projekte:

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