Hochschule Augsburg: Aktuelle Forschungen am Technologietransferzentrum

Die Hochschule Augsburg präsentierte am 7. Juni 2018 ihre aktuellen Forschungen am Technologietransferzentrum TTZ in Nördlingen. Das Technologietransferzentrum für flexible Automation und kooperative Robotik (TTZ) forscht im Bereich der Migration regionaler Unternehmen im Bereich Industrie 4.0. Denn das Ziel des TTZ ist es die mittelständisch geprägte Industrie aus der Region auf die Herausforderungen der Industrie 4.0 vorzubereiten.

Zurzeit stehen Schlüsseltechnologien zur Industrie 4.0 im Mittelpunkt. Hierzu forschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Augsburg beispielsweise an Mensch-Roboter-Kollaborationen, mobile und bildgeführte Robotik und Automatisierungs- und Sicherheitstechniken für produktionstechnische Anlagen.

Prof. Dr. Elisabeth Krön, Vizepräsidentin für Forschung und Wissenstransfer an der Hochschule Augsburg, ist stolz auf den Fortschritt und die Möglichkeiten des TTZ: „Nach dem erfolgreichen Abschluss der Aufbauphase 2016 ist das TTZ als Forschungs- und Kooperationspartner in der Region Donau-Ries fest verankert. Es ist uns gelungen, wichtige Forschungsprojekte zur Industrie 4.0 und zur Digitalisierung anzusiedeln und uns für die Unternehmen der Region als direkter Ansprechpartner zu dringenden Fragen der angewandten Forschung zu etablieren.“

Aktuelle Verbundprojekte am Technologietransferzentrum

Das Projekt SynDiQuAss startete 2017 und ist ein Verbund von Forschung und Industrie. Die Abkürzung SynDiQuAss steht für die „Synchronisierung von Digitalisierung, Qualitätssicherung und Assistenzsystemen an Arbeitsplätzen mit geringem Automatisierungsgrad“. Zu den Verbundprojektpartnern gehören die Hochschule Augsburg, SPN Schwaben Präzision aus Nördlingen, die Ohnhäuser GmbH aus Wallerstein, die Fraunhofer IGCV (Augsburg), SALTZ Solutions GmbH (Hamburg) und die SemVox GmbH (Saarbrücken). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Europäischen Sozialfond (ESF) fördern das Projekt. Für die nächsten drei Jahre stehen dafür Fördermittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Projekt soll ein System erstellen, in dem Digitalisierung, Assistenzsysteme und Qualitätssicherung verbunden sind. Dieses System vernetzt dann die Prozessteuerung von Arbeitsplätzen, Fabrikplanung und Qualitätsdaten bedarfsgerecht miteinander. Aktuell wird das Einsatzpotential von solchen Assistenzsystemen an Montageplätzen analysiert. Eine prozessintegrierte Qualitätssicherung und Arbeitsunterstützung erfolgt beispielsweise durch sensitive Roboter. Die sensitiven Roboter unterstützen die Arbeiter und verschrauben an den Montagearbeitsplätzen. So werden die Arbeiter ergonomisch und arbeitstechnisch entlastet. Prof. Dr. Florian Kerber, Leiter des TTZ bewertet die Zusammenarbeit von Mensch und Roboter positiv: „Durch die Koppelung von Mensch und Roboter an einem Arbeitsplatz ohne physische Trennung lassen sich komplexere Zusammenarbeitsformen entwickeln, die die Produktion noch flexibler gestalten.“

Im Februar 2018 startete das zweite Verbundprojekt TRiPTransparenz in Produktionsprozessen. Ziel des Forschungsprojektes ist die fortlaufende Optimierung komplexer Produktionsprozesse. Aus der Optimierung sollen dann datenbasierte Geschäftsmodell-Innovationen abgeleitet werden. Deswegen werden intelligente Cloud-Computing- und Big Data Analytics-Ansätze eingesetzt. So soll die internationale Wettbewerbsfähigkeit bayerischer Unternehmen weiter gesteigert werden. Hierzu kooperieren Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Regionen Schwaben und Oberfranken. Zu den Kooperationspartnern gehören die Hochschule Augsburg, die Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT und sechs Industriepartner. Daran beteiligt sind die Unternehmen BMK Group, GROB-WERKE, Günzburger Steigtechnik, HEINZ-GLAS, RENK und WashTec.

Aktuelles aus dem Technologietransferzentrum

Die Laborausstattung im TTZ wurde weiter ausgebaut. Inzwischen sind neue Robotikzellen und Demonstratoren für die sicherheitstechnische Verkettung von Produktionsanlagen vorhanden. So optimiert ein fahrerloses, frei navigierbares Transportsystem beispielsweise die Arbeitsprozesse bedarfsgerecht. Das Transportsystem ermöglicht so den Werkstücktransport vom Lager in die Produktionsanlagen.

Unterstützt wird die Laborausstattung schließlich durch ein fog-computing System des Stiftungsunternehmens Grenzebach Maschinenbau GmbH. Das fog-computing System ist eine hochintelligente Datenverarbeitung, die alle Produktionssysteme am TTZ digital vernetzt. Das System demonstriert, wie Digitalisierung im Rahmen des sogenannten Industrial Internet of Things (IIoT) die Produktivität von Anlagen verbessert. Prof. Dr. Florian Kerber, Leiter des TTZ ist von der Zusammenarbeit überzeugt: „Wir haben mit unserer Forschung hier am TTZ einen guten Grundstein gelegt und gehen aktuellen Fragen der Digitalisierung nach. Wir werden weiterhin unsere Schnittstellen zu den forschenden Kolleginnen und Kollegen der Hochschule Augsburg ausbauen und so neue Anwendungsfelder wie beispielsweise die Baurobotik erschließen.“

 

Von |2018-10-13T09:37:53+00:0011. Juli 2018|Allgemein, Innovation und Technologietransfer, Regio-Blog|

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