Projekt bei Aumüller Aumatic: Kunststoff vermeiden in Unternehmen

Plastik ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. Zahlreiche Alltagsgegenstände sind aus Kunststoff, begleiten uns tagtäglich und sorgen nebenbei für immer größere Müllberge. Schätzungsweise 150 Millionen Tonnen Plastik schwimmen in den Weltmeeren. Sie zerstören den Lebensraum vieler Arten und sind gesundheitsschädlich für Mensch und Tier. Deshalb will Die EU-Kommission das Müllproblem bekämpfen und bestimmte Wegwerfartikel aus Kunststoff verbieten. Inzwischen ist man sich einig: Unser Umgang mit Plastik muss sich ändern!

25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle pro Jahr

Ungefähr 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle erzeugt ein Europäer pro Jahr (2015). Wie man Kunststoffabfälle in Zukunft verringert, hat die Europäische Kommission am 16. Januar 2018 in ihrer Kunststoffstrategie veröffentlicht. Ziel dieser Strategie ist es ab 2030 nur noch recycelbare Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt zu verwenden. Die Strategie zielt darauf ab, Plastik vermehrt zu recyceln und die Mülltrennung voranzutreiben. Durch weniger Kunststofftragetaschen und die Vermeidung von Mikroplastik soll weniger Plastikmüll in die Umwelt gelangen.

Entwicklung intelligenter und recyclingfähiger Kunststoffe

Um Verbraucher über die Auswirkungen und Risiken des Kunststoffmülls zu informieren, entwickelt die Europäische Kommission Logos für biologisch abbaubare und kompostierbare Kunststoffe. Eine große Herausforderung für die Abfallpolitik ist die Vermüllung der Meere. Deshalb entstehen neue Vorschriften für die Hafenauffangeinrichtungen: Abfälle, die auf Schiffen entstehen, werden an Land zurück­gebracht und dort ordnungsgemäß entsorgt. Zusätzlich werden die Verwaltungsaufwände für Häfen, Schiffe und die zuständigen Behör­den verringert. Um langfristig Plastik komplett zu vermeiden, werden jedoch Innovationen benötigt. Daher investiert die Europäische Kommission in die Entwicklung intelligenter und recyclingfähiger Kunststoffe. Gleichzei­tig werden effizientere Recyclingverfahren und Verfahren benötigt, die gefährliche Stoffe aus recycelten Kunststoffen beseitigen. Ziel der Kunststoffstrategie ist es, langfristig einen glo­balen Wandel hervorzurufen und Lösungen in Zusammenarbeit mit Partnern der ganzen Welt umzusetzen.

Kreislaufwirtschaft

Die Europäische Kunststoffstrategie wirkt sich auf den gesamten Umgang mit Kunststoffen aus, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung des Plastikabfalls. Ähnlich wie bei der Kreislaufwirtschaft sind Design, Herstellung, Produktion, Verwendung und Recycling betroffen. Dabei ist es das Ziel einer Kreislaufwirtschaft, den Wert von Produkten, Materialien und Ressourcen so lange wie möglich zu erhalten. Nach ihrer Nutzungsdauer werden diese wieder zurück in den Produktkreislauf geführt und somit weniger Abfälle erzeugt. Der Prozess beginnt bereits am Anfang des Produkt­lebenszyklus, denn durch ressourcensparende Produktion und informierte Verbraucher sollen bereits beim Kauf Haushaltsabfälle minimiert und wenn möglich direkt vermieden werden. Diese Öko-Effektivität wird z.B. durch das Designkonzept von Cradle to Cradle gewährleistet. So unterstützt das wissenschaftliche Forschungs- und Beratungsinsti­tut EPEA Internationale Umweltforschung mit Sitz in Hamburg Unternehmen bei der Einführung von zirkulären Prozessen. Dort können Produkte, die kreislauffähig designt und mit erneuerbarer Energie produziert werden, mit dem Label Cradle to Cradle zertifizieren wer­den. (www.epea.com/de) 

Plastikfrei(er) arbeiten und leben

Mit dem Thema „plastikfrei arbeiten und leben“ beschäftigen sich auch die Auszubildenden der Aumüller Aumatic GmbH. Das Fami­lienunternehmen mit Sitz in Thierhaupten entwickelt, produziert und installiert Lösun­gen im Bereich Fensterautomation. Für das Azu­bi-Projekt „Plastikfreies Büro“ erarbeiteten die Auszubildenden im vergangenem Jahr zahlreiche nachhaltige Ideen und Konzepte und setzten sie um. Kugelschreiber sind jetzt aus Holz, Schnellhefter aus Papier, außerdem wurde flä­chendeckend Recyclingpapier eingeführt. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen wird inzwischen betriebsweit auch Bio-, Papier- und Kunststoffmüll getrennt. In Aushängen und einem Vortrag zum Thema „So lebt sich’s plastikfrei“ wurden Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert. Viele von ihnen nutzen für ihre Brotzeit jetzt wiederverwendbare Glasflaschen und Edelstahldosen. Auch privat kaufen sie bewusst Produkte mit weniger Verpackungen ein. Ein neu eingeführter Umwelttag sorgt dafür, dass auch in Zukunft das Thema präsent bleibt. Begleitet wurde das Projekt von Sylvia Schaab, Expertin für plastikfreies Leben, und dem Trai­ner Joachim Auer. Unter dem Namen „Grüner wird’s nimmer“ unterstützt das Duo Unternehmen bei der Sensibilisierung und Durchführung von Aktivitäten für weniger Plastik und Müll sowie mehr Nachhaltigkeit.

Individuelle Maßnahmen für jedes Unternehmen

Neben der Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollte auch die Lie­ferkette in den kritischen Blick genommen werden. Jedes Unternehmen sollte für sich individuell prüfen, welche Maßnahmen sinnvoll umgesetzt werden können. Die Vermeidung von Plastik und Abfällen sollte nicht nur während der Arbeit erfolgen. Der Lifeguide Augsburg bietet wertvolle Tipps und Tricks für einen Alltag ohne Plastik. Spezielle Fragen von Unternehmen und Verbrauchern zu sinnvollen Alternativen von Kunststoff beantwortet auch das Forum Plastikfreies Augsburg auf seiner Webseite (www.plastikfreies-augsburg.de), in Vorträgen oder in persönlichen Beratungsgesprächen.

Das neue Magazin Ausgabe Wirtschaft ist erschienen. Foto: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

Dieser Artikel ist in unserem Magazin ahochdrei Wissen. Effizienz. Produktion. erschienen. Diese Ausgabe mit dem Schwerpunkt Wirtschaft widmet sich unter anderem den Themen Arbeit 4.0, Schlüsseltechnologien in der Region und der hohen Lebensqualität im Wirtschaftsraum Augsburg A³.

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