„Einfach machen!“ – Interview mit Stefan Schimpfle (DZ.S)

Gründen oder nicht gründen? Das ist die Frage, die sich immer mehr Menschen in der Region stellen. Stefan Schimpfle, Geschäftsführer Digitales Zentrum Schwaben (DZ.S), ist überzeugt: Das Risiko lohnt sich. Im Interview mit unserer Redaktion sprach er über die dynamische schwäbische Start-up-Szene, wie das DZ.S diese konkret unterstützt und warum sein Tipp an Gründungs-Interessierte lautet: einfach machen!

Herr Schimpfle, das DZ.S ist eines der Digitalen Gründerzentren, die derzeit bayernweit entstehen. Es soll Startups, etablierte Unternehmen und die Hochschulen näher zusammenbringen. Wie machen Sie das?

Wir setzen auf den Austausch junger und innovativer Akteure, welche die Digitalisierung mit frischen Ideen mitgestalten wollen. Wir suchen aber auch gezielt den Kontakt zu externen Experten, Mentoren und Vertretern der Wirtschaft. Insbesondere im wissenschaftlichen Bereich arbeiten wir stark mit der Hochschule und der Universität Augsburg zusammen. So haben wir schon viele gemeinsame Veranstaltungen und Entrepreneurship-Programme durchgeführt. Zudem gibt es persönliche Verbindungen. In unserem Fachbeirat sitzen Vertreter der Hochschulen. Gemeinsam mit Kollegen sind wir auch selbst an den Hochschulen präsent: durch Lehrveranstaltungen, als Gründernetzwerk im Wirtschaftsraum Augsburg oder auch als Gründer-Coach im Rahmens des EXIST-Programms.

Wie kann man sich den Austausch zwischen Gründern und Wissenschaft konkret vorstellen?

Tatsächlich erfreuen sich unsere gemeinsamen Veranstaltungen großer Resonanz. Die erste Hackerkiste in Augsburg im Herbst 2017 war mit über 200 Teilnehmern ein riesiger Erfolg. Sie wurde von DZ.S zusammen mit der Hochschule Augsburg, der Fakultät für angewandte Informatik der Universität Augsburg und Web&Wine ins Leben gerufen. Aber auch die Gründertalks zusammen mit dem Augsburg Center for Entrepreneurship (ACE) der Universität Augsburg oder die 2018 an der Universität Augsburg initiierte FounderBar sind sehr erfolgreich. Vollends übertroffen wurden unsere Erwartungen beim Auftakt von Augsburg gründet! Im November 2017 mit über 350 Teilnehmern und vielen spannenden, innovativen Ideen.
Das Spektrum unserer Kooperation mit der Augsburger Hochschullandschaft reicht aber weit über Events hinaus. Hier ist unsere Rolle als Inkubator der vom Kultusministerium geförderten Initiative HSA_digit der Hochschule Augsburg ein gutes Beispiel. Das neu gestartete Programm an der Hochschule Augsburg integriert das Thema Entrepreneurship in die Lehre und unterstützt gründungsinteressierte Studierende in der Ideenphase.

Könne Sie uns ein paar Beispiele für Gründer nennen, welche die schwäbischen Hochschulen hervorgebracht haben?

Aus der Universität Augsburg ist beispielsweise schon 2014 mit der Secomba GmbH der Sieger des deutschen Gründerpreises hervorgegangen. Heute spielt Secomba mi seinen Produkten Boxcryptor und Whisply bei sicheren Cloud-Lösungen in der Führungsliga. Oder die erst im letzten Jahr aus der Hochschule Augsburg heraus gegründete Conntac GmbH, die mittlerweile durch das Programm des Telefónica-Accelerators Wayra mit sechsstelligem Investment gefördert wurde. Beide Unternehmen durfte ich als Gründungscoach im Rahmen des EXIST-Gründerstipendiums begleiten.

Wie schaffen Sie es, erfolgreiche Gründer in Schwaben zu halten – trotz großer Konkurrenz beispielsweise durch München?

Ich bin überzeugt, dass wir Gründern eine besonders reizvolle Umgebung bieten können. Die familiäre Atmosphäre unserer Gründerzentren, das ausgezeichnete Angebot, speziell auf Gründer zugeschnittene Initiativen wie Augsburg gründet!, Coaching- und Mentoring-Programme als zentrale Anlaufstelle für digitale Startups und nicht zuletzt zielgerichtete und intensive Netzwerkaktivitäten: Sie bieten genau die Unterstützung, die es innovativen Unternehmen erleichtert, ihre Geschäftsmodelle voranzutreiben und sich für unsere Region zu entscheiden.

Was hat das DZ.S als nächstes vor?

Insbesondere hinsichtlich der genannten Kooperationen wird es spannend. Das DZ.S sieht seine Rolle als Praktiker und Macher bei der Umsetzung von Gründerideen, die auch aus Hochschulen hervorgehen. Die Hochschulen unterhalten Startup-spezifische Lehrangebote, wir fungieren als Schnittstelle zum Markt. Wir wollen ein Portfolio von Aufgaben abdecken, die wir besonders gut können: vernetzen, unterstützen und insbesondere in die Praxis überführen. Den Rat, den wir Gründungsinteressierten mitgeben, beherzigen wir auch selbst: mutig sein und einfach machen!

Das neue Magazin Ausgabe Wirtschaft ist erschienen. Foto: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

Dieser Artikel ist in unserem Magazin ahochdrei Wissen. Effizienz. Produktion. erschienen. Diese Ausgabe mit dem Schwerpunkt Wirtschaft widmet sich der Arbeit 4.0, Schlüsseltechnologien in der Region und der hohen Lebensqualität im Wirtschaftsraum Augsburg A³.

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