Praxisrelevanz statt Elfenbeinturm im FIM an der Universität Augsburg

Sarah Bayer, gebürtige Ingolstädterin, ist seit 2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kernkompetenzzentrum Finanz- & Informationsmanagement (FIM) an der Universität Augsburg. Sie promoviert derzeit zum Thema „Customer Relationship Management und Nachhaltigkeit“.

Frau Bayer, warum haben Sie sich für eine Promotion in Augsburg entschieden?

Wissenschaftliches Arbeiten hatte mit im Studium sehr viel Spaß gemacht. Inhaltlich begeisterte mich besonders der Trend der Digitalisierung mit all seinen Chancen und Risiken für Unternehmen. Mit meiner Promotion möchte ich noch tiefer in diesen Themenbereich einsteigen – allerdings ohne dass der Praxisbezug zu kurz kommt. Das Promotionsmodell des Kernkompetenzzentrums FIM und der Fraunhofer Projektgruppe Wirtschaftsinformatik (WI), welche inhaltlich und personell sehr eng zusammenarbeiten, bietet für mich optimale Rahmenbedingungen: Ich erforsche und löse hochaktuelle Probleme von Unternehmen aus einer wissenschaftlichen Perspektive.

Das klingt sehr spannend. Wie kann man sich Forschung in einem Themenbereich wie der Digitalisierung vorstellen?

Die wissenschaftliche Leistung des Kernkompetenzzentrum FIM und der Projektgruppe WI setzt sich aus acht Professoren zusammen, die sich alle mit dem Themenfeld Digitalisierung auseinandersetzen, mit jeweils unterschiedlicher Schwerpunktsetzung. Mein Thema ist der Einfluss von digitalen Technologien auf das Konsumverhalten im nachhaltigen Kontext. Wie die anderen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch, habe ich einen der acht Professoren als direkten Betreuer, der mich bei der Forschung tatkräftig unterstützt. In meinem Fall ist das Prof. Dr. Henner Gimpel, der neben der stellvertretenden Leitung der Projektgruppe WI auch eine Professur für Wirtschaftsingenieurwesen an der Universität Augsburg innehat. Wir forschen in kleinen Teams, in denen wir stets mit zwei bis drei Kollegen interdisziplinär eine aktuelle Problemstellung lösen.

Woher kommen die praxisrelevanten Fragestellungen? Bei einer Promotion denkt man ja eher an die Wissenschaft als an die Praxis.

Wir arbeiten eng mit regionalen und überregionalen Unternehmen, wie beispielsweise mit Hilti, MAN und WashTec zusammen und unterstützen diese dabei, durch den Einsatz wissenschaftlich fundierter Methoden Herausforderungen im Bereich der Digitalisierung zu meistern. So bekommen wir laufend neue Impulse für weitere Interessante und praxisrelevante Forschungsfragen.

Haben Sie schon Pläne für die Zeit nach Ihrer Promotion?

Noch nicht genau. Prinzipiell stehen mir sowohl eine weiterführende akademische Karriere wie auch der Eintieg in die Praxis offen, wobei ich momentan zu Letzterem tendiere. Durch die starke praktische Ausrichtung lernt man im Rahmen der Promotion bereits früh verschiedene Unternehmen kennen. Zudem hat unsere Organisation im Laufe der letzten Jahre ein großes Netzwerk an Praxiskontakten, von Startups bis hin zu Großkonzernen, aufgebaut. Eine Kollegin von mir startet aktuell bei Hilti als Leiterin der europaweiten IT-Infrastruktur, ein anderer ist weltweit für das Kundenbeziehungsmanagement verantwortlich. Daher sammele ich aktuell möglichst viele Eindrücke, um für mich das richtige Unternehmen und die geeignetste Aufgabe dort zu finden.

Das neue Magazin Ausgabe Wirtschaft ist erschienen. Foto: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

Dieser Artikel ist in unserem Magazin ahochdrei Wissen. Effizienz. Produktion. erschienen. Diese Ausgabe mit dem Schwerpunkt Wirtschaft widmet sich der Arbeit 4.0, Schlüsseltechnologien in der Region und der hohen Lebensqualität im Wirtschaftsraum Augsburg A³.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close