Additive Fertigung in Augsburg: Neue Geschäftsmodelle im Druck

Additive Fertigung, häufig auch als 3D-Druck bezeichnet, gilt als Schlüsseltechnologie. Gerade für die Produktionsregion Augsburg ist sie ein Zukunftsthema. Was sich hinter diesen Prozessen verbirgt und wie sie den Wirtschaftsraum branchenübergreifend verändern, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Die Digitalisierung ist aus der Produktion von morgen kaum noch wegzudenken. Dafür ist die additive Fertigung ein gutes Beispiel: Auf Basis von digitalen Daten wird ein Bauteil im Industriedrucker schichtweise aus feinstem Pulver aufgebaut. Bisher für den Druck verfügbare Materialien sind Kunststoffe, Keramiken, Harze, Sande sowie zahlreiche Metalle und Material-Kombinationen. Dabei kann häufig ressourcenschonender, individueller, schneller und kostengünstiger produziert werden, als dies mithilfe klassischer Produktionstechniken möglich wäre.

Umwelt schonen mit additiver Fertigung

Die additive Fertigung gilt auch deshalb als Schlüsseltechnologie, weil sie großes Potenzial aufweist, um die Umwelt zu schonen. Wie das funktionieren kann, zeigt das Sanitärtechnik-Unternehmen Sandhelden aus Gersthofen. Der Werkstoff, auf den die Firma hauptsächlich setzt, steckt bereits in ihrem Namen: Im Industriedrucker wird feinster Sand Schicht für Schicht übereinandergelegt. Dazwischen befindet sich ein bestimmtes Bindemittel. Nach dem Druck werden die Rohlinge durch eine Beschichtung veredelt. Mithilife eines selbst entwickelten Verfahrens werden zudem Kunststoffmüll und andere Abfallmaterialien zu Pulverform zerkleinert und aufbereitet. So können neue Produkte entstehen.

Wandel über die Branchen hinweg

Was auf den ersten Blick nicht direkt ersichtlich ist: Ähnlich wie beim Megatrend Digitalisierung verändert additive Fertigung nicht nur eine Branche, sondern viele. Das beginnt damit, dass der 3D-Druck besonders gerne dort eingesetzt wird, wo die konventionellen Fertigungsverfahren an ihre Grenzen stoßen. Unter anderem können hochkomplexe Strukturen deutlich wirtschaftlicher hergestellt werden. Das gilt gerade für kleine Stückzahlen. Dadurch entfallen fixe Abnahmegrößen und damit auch eine aufwendige und teure Lagerhaltung – gerade für Produkte, die nicht tagtäglich verkauft werden.

Digital Supply Chain Solutions (DSCS)

So wandeln sich für die additive Fertigung nicht nur produzierende, sondern beispielsweise auch logistische Prozesse. Hier setzt im Großraum Augsburg das Unternehmen Digital Supply Chain Solutions (DSCS) an. DSCS ist ein Joint Venture des Logistikdienstleisters Andreas Schmid Logistik aus Gersthofen und des Industrieanlagen-Anbieters voxeljet aus Friedberg. DSCS analysiert die Produktionsprozesse von Unternehmen. Im Anschluss wird der Materialfluss geplant, gesteuert und optimiert. So soll festgestellt werden, für welches Unternehmen die additive Fertigung besonders sinnvoll ist. Das Ziel: Produktions- und Logistikprozesse revolutionieren. Nicht nur Produktionsmethoden, auch Geschäftsmodelle verändern sich – und zwar branchenübergreifend.

Experience Additive Manufacturing

Obwohl sie sich derzeit stark entwickelt: Im Bereich der additiven Fertigung gibt es noch reichlich Potenzial. Das liegt zum Teil daran, dass es der Branche nach wie vor an Transparenz fehlt. Um Produktionsprozesse per 3D-Druck umzusetzen, wird sehr spezifisches Know-How benötigt. Doch Megatrends wie Digitalisierung und Industrie 4.0 binden viele Ressourcen in den Unternehmen, besonders im Mittelstand. Im Wirtschaftsraum Augsburg will man die additive Fertigung sowohl Anwendern als auch Noch-nicht-Anwendern näherbringen. Vom 25. bis 27. September 2018 feiert deshalb die Messe Experience Additive Manufacturing ihre Premiere in Augsburg. Ein besonderer Fokus liegt auf den Sparten Luft- und Raumfahrt, Mobility und Automotive, Werkzeug-, Maschinen- und Formenbau sowie Medizintechnik. So soll die Produktionsregion nachhaltig gestärkt werden – mithilfe zukunftsweisender Schlüsseltechnologien.

Das neue Magazin Ausgabe Wirtschaft ist erschienen. Foto: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

Dieser Artikel ist in unserem Magazin ahochdrei Wissen. Effizienz. Produktion. erschienen. Diese Ausgabe mit dem Schwerpunkt Wirtschaft widmet sich der Arbeit 4.0, Schlüsseltechnologien in der Region und der hohen Lebensqualität im Wirtschaftsraum Augsburg A³.

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