Interview-Serie – Karrierefrauen in der Region Augsburg A³: Dr. Bärbel Götz

Zahlreiche unternehmerische Persönlichkeiten führen den Wirtschaftsraum Augsburg tagtäglich zum Erfolg. Wir haben bei drei Frauen nachgefragt, was sie motiviert, wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bringen und welchen Rat sie weitergeben möchten.

Frau Dr. Götz, Sie gehören seit 2016 zur Geschäftsleitung von BMK. Was gefällt Ihnen an Ihrem Job am meisten?

Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich sowie technisch anspruchsvoll, und ich habe viel mit Menschen aus unterschiedlichen Branchen zu tun. Und obwohl wir selbst keine eigenen Produkte herstellen, laufen mir überall die Produkte unserer Kunden über den Weg: seien es Schneekanonen, automatische Schiebetüren, Kassensysteme in Restaurants und Einzelhandel oder Smart Metering.

Sie bewegen sich als Frau inmitten einer klassischen Männerdomäne. Ist das manchmal schwierig?

Ich habe Physik studiert und bewegte mich sozusagen schon von Anfang an in einer Männerdomäne. Das war und ist nicht schwierig. Im Gegenteil: Es ist bereichernd. Vorurteile sind mir nie offen entgegengebracht worden. In meinem heutigen Arbeitsalltag empfinde ich es manchmal als Frau leichter, denn Frauen kommunizieren auf eine andere Weise als Männer. Dadurch verlaufen Gespräche anders. Aus Unternehmersicht kann diese Diversität durchaus zu einem Wettbewerbsvorteil führen.

Was muss sich ändern, damit mehr Frauen in Führungspositionen aufsteigen?

Ich persönlich unterstütze die feste Frauenquote in Unternehmen nicht. Wenn eine Frau nicht qualifiziert ist und nur aufgrund der Quote eine Führungsposition erhält, schadet das dem Unternehmen und den Frauen. Schon allein die Diskussion, ob eine Frau nur aufgrund der Quote eine Position erhalten hat, ist nicht gut. Wenn eine Frau eine Führungsposition innehat und mit ihrem Partner eine Familie gründen möchte, ist eine paritätische Aufteilung in einer Beziehung nur dann umsetzbar, wenn beide Partner ein ähnliches Gehalt beziehen. Ich kenne viele Frauen, die eine Teilzeitbeschäftigung bevorzugen, um Zeit für Familie oder andere Aktivitäten zu haben. Um in meiner Branche eine Führungsposition zu erlernen und innezuhaben, muss man viel Zeit investieren.

Was raten Sie jungen Frauen, die beruflich erfolgreich sein möchten?

Wenn man Talent hat und für ein Thema brennt, dann ist es egal, ob man sich in einer Männerdomäne befindet oder nicht. Begeisterung und Leidenschaft fördern Kreativität und Engagement, und dann stellt sich auch der Erfolg ein. Günstig ist es, schon früh zielstrebig – beispielsweise durch Praktika – Wunschvorstellung und Realität abzugleichen und ein Netzwerk zu knüpfen.

Hier gelangen Sie zu den Interviews mit Ramona Meinzer (Mitglied der Geschäftsleitung bei Aumüller Aumatic) und Natalie Kunzmann (Mitglied der Geschäftsleitung Weinkellerei Kunzmann).

Das neue Magazin Ausgabe Wirtschaft ist erschienen. Foto: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

Dieser Artikel ist in unserem Magazin ahochdrei Wissen. Effizienz. Produktion erschienen. Diese Ausgabe mit dem Schwerpunkt Wirtschaft widmet sich unter anderem den Themen Arbeit 4.0, Schlüsseltechnologien in der Region und der hohen Lebensqualität im Wirtschaftsraum Augsburg A³.

Von |2018-10-09T17:21:26+00:0028. September 2018|A³-News, Allgemein, Fachkräfte, Kompetenzfelder|

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