Zukunft unter Druck: Wirtschaftsdialog Experience Additive Manufacturing in Augsburg

Es gibt nichts, was man dem 3D-Druck in der Medienberichterstattung derzeit nicht zutraut. Von „ausgedruckten“ Lebensmitteln bis zum „ausgedruckten“ Haus feiert 3D-Druck einen Publicity-Erfolg nach dem anderen. Dementsprechend groß war der Ansturm auf den A³ Wirtschaftsdialog „Zukunft unter Druck“, zu dem die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH im Rahmen der erstmals stattfindenden Messe Experience Additive Manufacturing geladen hatte. Dabei wollten über 100 Unternehmer aus verschiedensten Branchen genauer wissen, was wirklich möglich ist und für welche Unternehmen das interessant sein könnte.

Hohe Qualität im Herstellungsprozess

Bei der Anfertigung von 3D-gedruckten Bauteilen werden aus Pulver schichtweise Teile zusammengesetzt. Dabei ist es wichtig, dass das Bauteil mechanisch voll belastbar ist. Hierbei helfen bekannte und erprobte Serienmaterialien, die bei der Fertigung eingesetzt werden.
Auf der Führung von Matthias Bath von der Firma PARARE GmbH konnten sich die Teilnehmer auch live von der Qualität der Bauteile und ihrem Herstellungsprozess überzeugen.

Das ideale Bauteil für 3D-Druck

„Stellen Sie sich vor, Sie müssten keine Rücksicht mehr auf Restriktionen in der Fertigung nehmen und könnten sich rein auf „Design for Function“ konzentrieren! Fragen Sie Ihre Ingenieure, bei welchen Bauteilen sie schlecht schlafen!“ begeisterte sich auch Albert Baur, Innovationsmanager bei der RENK AG, für die Möglichkeiten der additiven Fertigung. Denn diese könnte Abhilfe für viele konstruktive Herausforderungen schaffen. Allerdings heißt das noch nicht, dass 3D-Druck und additive Fertigung für jedes Bauteil geeignet sind. Denn die richtigen Teile zu finden, für die das Verfahren den meisten Mehrwert bietet und auch wirtschaftlich anwendbar ist, kann im Unternehmen durchaus ein komplexer Prozess sein. Das ideale Bauteil für 3D-Druck ist nämlich kleiner als 300 mm, leichter als 1 kg, sehr komplex, teuer in der konventionellen Herstellung und wird nur in überschaubaren Stückzahlen benötigt.

Augsburger Unternehmen fertigt 3D-Druck für James Bond-Film

Wenn für einen James Bond-Film etwa ein Aston Martin aus den sechziger Jahren in Flammen aufgehen soll, ist das z.B. eine ideale Anwendung für den 3D-Druck. Tatsächlich fertigte die Firma Voxeljet für den Film „Skyfall“ im 3D-Druckverfahren insgesamt drei Modelle des Aston Martin DB 5. Diese doubelten in Actionszenen das heute unbezahlbare Originalfahrzeug aus den sechziger Jahren. Auch komplette historische Denkmäler für Museen können via 3D-Druck mit der Technologie kopiert werden. Das Friedberger Unternehmen verkauft weltweit industrielle Fertigungsanlagen für 3D-Druck und treibt damit die Verbreitung der additiven Fertigung massiv voran.

Das ist auch notwendig, denn das bisherige weltweite Marktvolumen des 3D-Druck entspricht mit einer Höhe von 7,3 Mrd. US $ gerade einmal den Kosten des Flughafen BER. Dies zeigt somit auch die Grenzen des Booms. Andererseits wächst der Markt sehr schnell und europäische Firmen sind daran intensiv beteiligt. 28 % des Weltmarktanteils entfällt derzeit auf europäische Firmen, 8,6 % auf deutsche Firmen. Die höchste Dichte an Anlagenbauern findet sich in Bayern.

Additive Manufacturing Lab am Fraunhofer IGCV

„Wir reden derzeit bei additiver Fertigung noch lange nicht von ganzen Motoren, die gedruckt werden können, sondern höchstens von einzelnen kleinen Komponenten“, so das Resümee der Referenten. Damit sich das ändert, ist man im Wirtschaftsraum Augsburg technologisch weit vorn mit dabei. Mit dem Additive Manufacturing Lab am Fraunhofer IGCV und dem neuen Multimaterialzentrum wird hier vor Ort die technologische Zukunft bereits intensiv mitgestaltet.

Rasante Entwicklung

„Unsere Veranstaltung hat gezeigt, wo wir heute mit dem 3D-Druck stehen“, zeigte sich der Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH Andreas Thiel zufrieden. „Bei der rasanten Entwicklung – gerade auch im Wirtschaftsraum Augsburg – bin ich gespannt, was wir nächstes Jahr auf der Experience Additive Manufacturing erleben dürfen!“

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