Interview mit Joachim Wendt: Neuer Bahnhofsvorplatz belebt Innenstadt

Die Planung zum Umbau des Hauptbahnhofs ist das größte und bedeutendste Teilprojekt im Rahmen der Mobilitätsdrehscheibe Augsburg. Ziel der Planung ist es, den Straßenbahnverkehr der Stadt Augsburg als Rückgrat und Hauptträger des innerstädtischen ÖPNV mit dem Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn zu verknüpfen. Das international agierende Architekturbüro schneider+schumacher hat eine besondere Expertise im Bereich Städtebau. Es lieferte den mit einem Erstpreis prämierten Entwurf für die Gestaltung der Westseite des Augsburger Hauptbahnhofs. Die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH sprach mit dem Geschäftsführer der schneider+schumacher Städtebau GmbH, Joachim Wendt.

Herr Wendt, die Palette Ihrer Projekte ist vielfältig, Ihr Unternehmen international aufgestellt. Was hat Sie daran gereizt, sich am Projekt Hauptbahnhof in Augsburg zu beteiligen?

Wir haben ein Faible für Bahnhofsvorplätze, an denen viel los ist und die wichtige Orte in der Stadt sind. Unser Büro liegt in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs, für dessen Vorplätze wir einen Wettbewerb gewinnen konnten. In Augsburg bot sich die Chance, mit dem Büro WES Landschaftsarchitektur aus Hamburg zusammen an den Vorplätzen des Bahnhofs zu arbeiten. Wir haben uns dabei auf den Städtebau konzentriert, WES auf die Gestaltung des Platzes.

In Augsburg stößt man bei vielen Projekten auf Vorgaben seitens des Denkmalschutzes, so auch beim Hauptbahnhof. Auf welche Art verbindet Ihr Herausforderungen einer modernen Multimobilität?

Auf der Westseite haben wir es vergleichsweise leicht mit dem Denkmalschutz, denn das wunderschöne Bahnhofsgebäude steht auf der Stadtseite. Wir passen uns mit der Randbebauung des westlichen Bahnhofsplatzes an den Maßstab des Rosenau- und Thelottviertels an. Die eigentliche Mobilitätsdrehscheibe liegt ja unter den Gleisen, so können wir uns auf die Belebung des Platzes durch vielfältige Nutzungen und eine gute Architektur konzentrieren. Wir hoffen, dass mit der gestalterisch geschlossenen Randbebauung ein charakteristisches Ensemble und ein neuer Ort entstehen.

Auf Ihrer Website ist zu lesen: „Architektur ist Beziehung“. Welche Beziehung soll Ihr Entwurf mit dem erweiterten Umfeld, einem wichtigen Bereich des Verkehrsprojektes „Mobilitätsdrehscheibe Augsburg“, eingehen? Was kann und soll Architektur an dieser Stelle bewirken?

Der Bahnhofsvorplatz ist das Bindeglied zwischen dem angrenzenden Wohnquartier und dem Bahnhof mit seinen vielen Verkehrsströmen. Außerdem ist er von Westen kommend ein Vorplatz zur Innenstadt, soll daher einladend sein, aber auch nützlich und übersichtlich. Viele Bewegungsrichtungen werden hier gebündelt, manche davon sind schnell und zielstrebig, andere eher langsam und ungerichtet. Dem Flaneur genauso wie dem Berufspendler eine angenehme Atmosphäre zu bieten, Gelegenheiten zum Einkaufen oder Kaffeetrinken, zum Bleiben oder Hetzen, und das in geordneten Bahnen und in einem gut gestalteten architektonischen Rahmen, scheint uns die Aufgabe zu sein.

Noch eine allgemeine Frage: Wie lautet Ihre Einschätzung zu Augsburg heue in architektonischer Hinsicht? Was sind derzeit die drängendsten Fragen, die dazu beitragen können, Augsburgs architektonische Entwicklung positiv zu beeinflussen?

Wir sind immer beeindruckt von der gestalterischen Geschlossenheit und Qualiät der Augsburger Innenstadt und ihrer Straßen und Plätze. Wir bemerken auch, dass die Dinge hier schnell und effizient laufen und wir freundlich und interessiert aufgenommen werden. Mir scheint, dass man einfach weiter auf dem Weg der hohen Qualität wandeln sollte, dann entwickelt sich Augsburg weiter positiv.

Titelbild des neuen ahochdrei Immobilienmagazin. Foto: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

Dieser Artikel ist in unserem Magazin ahochdrei Märkte. Werte. Chancen. erschienen. Diese Ausgabe mit dem Schwerpunkt Immobilien widmet sich dem aufstrebenden Immobilienmarkt der bayerischen Metropole Augsburg und seiner Region.

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