Augsburg 2050: Wie wir leben wollen

Welche Auswirkungen werden die Bevölkerungs- und Flächenentwicklung, die Digitalisierung oder etwa neue Mobilitätsformen auf unser Leben in der Zukunft haben? Ein zentrales Instrument, um die Stadt Augsburg in eine gute Richtung zu führen, ist das Stadtentwicklungskonzept (STEK), das regionale Zusammenarbeit inkludiert. Ein intensives Beteiligungsverfahren sorgt dafür, dass die Ideen und Meinungen der Öffentlichkeit darin eingebunden werden.

Zukunft will geplant sein,…

… insbesondere wenn es sich dabei um nicht weniger als den räumlichen Umgriff einer ganzen Stadtgesellschaft handelt – im Falle Augsburgs bestehend aus bald 300.000 Einwohnern in einem Einzugsgebiet mit insgesamt über 600.000 Menschen. Das STEK muss also höchst umfassend sein. Es berücksichtigt die Interessen von Bewohnern, Erwerbstätigen, Handel- und Gewerbetreibenden, Kultur- und Sozialschaffenden wie auch von Gästen. Die Belange von Familien, Senioren, Kindern und Jugendlichen werden gleichermaßen bedacht. In diesen Handlungsfeldern wird gearbeitet: Region und Stadt, Stadtstruktur und Quartiere, Landschaft und Umwelt, Grünflächen und Sport, Wohnen und Soziales, Bildung und Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft sowie Mobilität und Tourismus.

Regionale Kooperation

Der Teilbereich „Region“ umfasst das Verhältnis zwischen der Stadt Augsburg und ihrem Umland sowie zwischen dem Ballungsraum Augsburg und benachbarten Regionen. Hierunter fällt auch die Stellung Augsburgs im nationalen und internationalen Kontext. Weitere Aspekte sind die Bevölkerungsentwicklung und -wanderung. Natur- und Landschaftsräume sowie die globale Verantwortung. Das anvisierte Ergebnis: ein Gesamtkonzept, das von Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und der Wirtschaft gemeinsam gelebt wird. Eine durchdachte „Mitmachplanung“ macht dies möglich, wie zahlreiche Zwischenergebnisse zeigen, die seit Beginn des STEK im Herbst 2014 erarbeitet wurden.

Schritt für Schritt in die richtige Richtung

Um ein ganzheitliches Stadtentwicklungskonzept zu erarbeiten, bedarf es nicht nur eines vorausschauenden Sachverstands und Expertenwissens, sondern auch einer klaren Strategieplanung. Bis zum fertigen STEK werden drei Phasen durchlaufen: die Entwicklungs-, die Konkretisierungs- und die Realisierungsphase, wobei die Konkretisierungsphase bereits eingeläutet wurde. Das Handlungskonzept wird darin ausgearbeitet – ganz konkret die Definition von Handlungsschwerpunkten, Handlungsstrategien und konkreten Maßnahmen/Projekten. Mit Pilotprojekten wie der Entwicklung des Bestandsgewerbequartiers Lechhausen Nord oder eines neuen Quartiers im Augsburger Süden, Haunstetten Südwest, kommt das STEK direkt in die Umsetzung. In der letzten Phase werden die Projekte praktisch ausgearbeitet, erneut unter Durchführung eines umfassenden Beteiligungsverfahrens.

Was uns bewegt

Der Planungsprozess ist höchst lebendig. Auf der Internetplattform stadtentwicklung-augsburg.de wird aktiv diskutiert, bewertet und gearbeitet. Davon zeugen über 500 erarbeitete Projekte, neue Maßnahmen, Arbeitskreise, Stadtteilkonferenzen und vieles mehr. Am aktivsten bewertet wurden die Handlungsfelder Mobilität, Wohnen, Landschaft und Umwelt sowie Grünflächen und Sport. Von großem Interesse sind die Themen: umweltfreundliche Mobilität, bezahlbares Wohnen, Freizeit- und Sportnutzung und Fragen der regionalen und interkommunalen Zusammenarbeit. Auch darüber wurde intensiv diskutiert: Die Förderung des Radverkehrs, neue Mobilitätsarten oder der Einsatz von Carsharing. Wichtig für die Bürger sind auch eine nachhaltige und flächensparende Bauflächenentwicklung, die Stärkung von Stadtteilquartieren, die Umgestaltung der Innenstadt und die Entwicklung bzw. Erhaltung bedeutsamer Kulturstandorte. Die Lärm- und Schadstoffbelastung sowie die Verkehrssicherheit durch Geschwindigkeitsreduzierungen in bestimmten Ortslagen waren weitere zentrale Anliegen.

Aus Ackerland wird Leben, wird Wohnen, wird Arbeiten

Der Teilbereich „Stadtstruktur“ im STEK beschreibt die Siedlungsentwicklung und Flächennutzung Augsburgs. Der Teilbereich „Quartiere“ befasst sich mit der Lebensqualität in den Stadtteilen und Wohngebieten. Hierzu gehören auch Einzelhandel und Nahversorgung. Ein bedeutendes Pilotprojekte ist Haunstetten Südwest.

Noch ist zwischen der B 17 und der Postillonstraße im Augsburger Süden überwiegend Ackerland zu sehen. Das wird sich ändern. Auf rund 180 Hektar Fläche wird in den nächsten Jahren ein ganzes Quartier entwickelt. Etwa 10.000 Mnschen werden dort wohnen und 5.000 Arbeitsplätze entstehen können. Mit dem Neubaugebiet reagiert die Stadtverwaltung auf den Bevölkerungszuwachs und die Prognosen des Amts für Statistik und Stadtforschung. Diese besagen, dass pro Jahr 1.100 Wohneinheiten benötigt werden. Das Areal soll zu je einem Drittel als Wohnraum, Gewerbefläche und Grünfläche genutzt werden. „Unser Anspruch muss sein, dass sich in allen städtebaulichen Bereichen der aktuelle Erkenntnisstand widerspiegelt und in jeder Hinsicht Maßstäbe gesetzt werden“, sagt Baureferent Gerd Merkle zu dem Vorhaben. Entsprechend werden ökonomische, ökologische, soziale und kulturelle Aspekte berücksichtigt. Dazu zählen nachhaltige Konzepte für die Energieversorgung, Wassernutzung, Klima, (Elektro-)Mobilität und smarte Haustechnik. Im neuen Quartier soll sich die gesamte Bandbreite der Bevölkerung finden, daher sind hier auch geförderter Wohnungsbau und generationenübergreifendes Wohnen vorgesehen. Das angrenzende Viertel soll verkehrlich angebunden werden und dem Radverkehr wird ein hoher Stellenwert beigemessen. Der Planungs- und Beteiligungsprozess ist ein umfangreiches Verfahren, mit der Einbindung von Bürgern, Interessensgruppen und zahlreichen international anerkannten Experten. Mit dem Projekt werden langfristig Siedlungspotenziale und Flächen qualitativ und nachhaltig erschlossen.

Was leistet das Stadtentwicklungskonzept?

Das STEK zeigt räumliche Entwicklungen perspektivisch auf. Es fördert Synergien und gleicht unterschiedliche Interessen aus. Vielfältige Sichtweisen steigern die Qualität der zu erstellenden Konzepte. Das STEK bietet künftig einen abgestimmten und integrierenden Leitfaden für das Handeln der Kommune und der Stadtgesellschaft. Als informelles Planungs- und Steuerungsinstrument bietet es zahlreiche Partizipationsmöglichkeiten für alle Akteure der Stadtgesellschaft.

Titelbild des neuen ahochdrei Immobilienmagazin. Foto: Regio Augsburg Wirtschaft GmbH

Dieser Artikel ist in unserem Magazin ahochdrei Märkte. Werte. Chancen. erschienen. Diese Ausgabe mit dem Schwerpunkt Immobilien widmet sich dem aufstrebenden Immobilienmarkt der bayerischen Metropole Augsburg und seiner Region.

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