Hier rauchen Köpfe, keine Schornsteine – Wie aus einer Idee ein Innovationspark wurde

Von Null auf Ausverkauft in weniger als zehn Jahren: Was mit den ersten Ideen vor über zehn Jahren, einem Masterplan 2010 und einem ersten Bebauungsplan für den Augsburg Innovationspark im Jahr 2012 begann, hat inzwischen eine unvorstellbare Dynamik entwickelt. Baustelle reiht sich an Baustelle, rund 500 hochqualifizierte Mitarbeiter arbeiten bereits im Augsburg Innovationspark. Beim A³ Wirtschaftsdialog „Augsburg Innovationspark aktuell“ Mitte November erfuhren die rund 100 Gäste alles über die Flächenentwicklung und die Angebote der angesiedelten wissenschaftlichen Institute und erhielten Antworten auf die Frage, wie es die nächsten Jahre weitergeht.

„Das können Sie ja machen – aber doch nicht in Augsburg! Das ist doch keine Aufgabe einer Kommune, das ist ein Projekt für ein Land oder den Bund!“ so waren die ersten Reaktionen von Immobilienentwicklern, Banken, Experten, Unternehmen, als vor rund zehn Jahren die Idee zum Augsburg Innovationspark entstand. „Ein reines Sondergebiet für Forschung und Entwicklung – man hielt uns für verrückt“, berichtete Eva Weber, heute 2. Bürgermeisterin der Stadt Augsburg und bereits damals im Wirtschaftsreferat mit dem Vorhaben befasst. Den weitblickenden Vordenkern des Augsburg Innovationspark war schon damals bewusst, dass der Produktionsstandort Augsburg neue Innovationsperspektiven braucht, dass die Zukunft in Ideen und Köpfen und nicht in Schornsteinen liegen muss.

Gegen alle Widerstände und Widrigkeiten verfolgte man in Augsburg unbeirrt diese Idee für eines der größten Wirtschaftsförderungsprojekte in Deutschland und ließ sich auch von Rückschlägen nicht schrecken. „Ich erinnere mich, wie wir des Öfteren nachts über Finanzierungsfragen brüteten, weil wir nicht wussten, wie geht es jetzt weiter“, erinnerte sich Weber an die dunklen Stunden auf dem anfangs recht steinigen Weg.

Doch der heutige Erfolg gibt den Machern recht: Vier große Forschungsinstitute haben sich neu im Augsburg Innovationspark angesiedelt und auch das Herzstück des Augsburg Innovationspark brummt: In dem von der Stadt Augsburg betriebenen Technologiezentrum Augsburg (TZA), arbeiten inzwischen 37 Nutzer mit über 300 Mitarbeitern, die hier technisches Equipment im Wert von 27 Millionen Euro eingebaut haben. 15.000 Gäste waren seit Eröffnung im TZA und sorgen für einen äußerst lebendigen Austausch. Auch der Test, ob es wirklich gelingen kann, ganz neue innovative Projekte nach Augsburg und ins TZA zu holen, ist inzwischen mit Bravour bestanden: Dank des TZA und des Augsburg Innovationspark gelang es, das französische Unternehmen Faurecia zur Ansiedlung eines völlig neuen Geschäftsfelds in Augsburg zu bewegen.

Themen der Zukunft, wie Leichtbau in Mobilität, weniger Energieverbrauch, Robotik für die Automatisierung der Werkstoffproduktion und deren Steuerung, Digitalisierung und Ressourceneffizienz werden auch in den anderen angesiedelten Forschungseinrichtungen intensiv erforscht:

Der Neubau des Instituts für Materials Resource Management ist von den aktuellen Baustellen im Innovationspark am weitesten fortgeschritten. Dort vereint sich die Forschung zu Material & Ressourcen und die Produktionsinformatik der Universität Augsburg zusammen mit Instituten der Hochschule Augsburg zu einem interdisziplinären Wissenszentrum. Ziel ist die Digitalisierung der Wertschöpfungskette: Geforscht werden soll hier zum Beispiel an der Wertschöpfungskette des Werkstoffs Carbon vom Polymerzentrum über das Engineering, die ressourceneffiziente Fertigung bis zum Recycling. Platz findet zudem ein Innovationslabor zum Thema Digital Engineering und Automation. Im Herbst 2019 soll das Gebäude fertig gestellt sein.

Auch die Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei, Composites und Verarbeitungstechnik (IGCV) baut zusätzlich zu seinem bestehenden Bau im Innovationspark ein weiteres Gebäude: Die Green Factory Augsburg. Im Dezember 2019 erfolgt die Fertigstellung. Diese bietet auf einer Fläche von rund 12.000 Quadratmetern 160 Mitarbeitern Platz für Forschung rund um die ressourceneffiziente Produktion.

Der Augsburg Innovationspark bietet außerdem zwei Instituten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine neue Heimat: Neben dem bereits im Park bestehenden DLR Zentrum für Leichtbauproduktion siedelte sich dieses Jahr eine ganz neue DLR-Gründung an: Das DLR-Institut für Test und Simulation von Gasturbinen. Ziel des neu gegründeten Instituts ist das Testen neuer ressourceneffizienter Triebwerke. Das derzeit im TZA ansässige Institut plant einen umfangreichen Neubau im Innovationspark, der neben Triebwerksprüfständen bis zu 60 Mitarbeitern Platz für Forschungen an virtuellen Simulationen und zur Entwicklung neuer Prüfverfahren bieten soll.

Mit dem Q40 entsteht ein multifunktionales Gewerbeobjekt im Innovationspark, das zugleich eine Versorgungslücke zwischen dem Universitätsviertel und dem Gewerbegebiet Haunstetten-Nord schließt. Der Investor und Projektentwickler focus real estate entwickelte zusammen mit Kehrbaum Architekten ein Konzept, das die Aufenthaltsqualität im Innovationspark weiter steigern wird. Im Herbst 2017 bereits vollvermietet, wird das Q40 einen Lebensmittel-Vollsortimenter, Gastronomie, ein Fitnessstudio und Hotel sowie ein integriertes Parkhaus beinhalten. Der Bau liegt voll im Zeitplan und soll Anfang 2020 eröffnet werden.

Ein weiteres attraktives Wahrzeichen entsteht im Augsburg Innovationspark mit Weitblick 1.7. Das digital durchdachte Büroneubauprojekt liegt nahe der B17, mit Blick auf die Alpen. „Das Projekt ist auf die Bedürfnisse hochqualifizierter Mitarbeiter ausgerichtet, die wir hier im Innovationspark benötigen“, so Peter Weis, Geschäftsführer der AUDAX GmbH. Investor und Projektentwickler ist die Weitblick 1.7 GmbH & Co. KG, ein Joint Venture der AUDAX Projektentwicklung GmbH und der LeitWerk AG als Generalplaner. Der Spatenstich fand Ende Oktober 2018 statt. Die Fertigstellung ist für Sommer 2020 geplant.

Impressionen von der Veranstaltung:

Von |2018-11-28T15:53:10+00:0028. November 2018|A³-News, Augsburg Innovationspark, Immobilien, Veranstaltungen|

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close