Aus dem Programm des 8. Augsburger Technologietransfer-Kongresses

Präventionsmaßnahmen für ein gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien

Prof. Dr. Henner Gimpel nimmt an der Podiumsdiskussion bei dem 8. Augsburger Technologietransfer-Kongress teil. Weitere Informationen zu dem Thema kann man am Kongress im Vortrag von Herrn Regal bekommen. (Nachmittagsprogramm: Session A2)

Die Digitalisierung hat das Arbeitsumfeld von Arbeitnehmern radikal geändert. Technologien wie Smartphones und Cloud-Plattformen sind weit verbreitet, Künstliche Intelligenz wird zunehmend erprobt. Diese Technologien sind ein wichtiger Schlüsselfaktor zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Sie ermöglichen es beispielsweise für viele Berufsbilder, an jedem Ort und zu jeder Zeit zu arbeiten sowie auf eine unüberschaubar große Menge an Informationen zuzugreifen. Gleichzeitig erfordern sie eine ständige Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit, häufig auch ständige Erreichbarkeit. Dabei ist entscheidend, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten von diesen Entwicklungen profitieren und unnötige Belastung durch die Arbeit mit neuen digitalen Technologien vermieden wird. Geschieht dies nicht, ist die Folge digitaler Stress. Dieser kann nicht nur die Arbeitszufriedenheit vermindern, sondern bringt auch eine Reihe an gesundheitlichen Beschwerden wie beispielsweise eine erhöhte Burnout-Gefahr mit sich.

Studie zu digitalem Stress in Deutschland

Im Rahmen einer durch die Hans-Böckler-Stiftung mit 9.500 Euro geförderten Studie haben Mitarbeiter der Fraunhofer-Projektgruppe Wirtschaftsinformatik und der Universität Augsburg um Prof. Dr. Henner Gimpel den bisher größten Datensatz zu digitalem Stress in Deutschland erhoben. Die Auswertungen der über 2.500 Umfrageteilnehmer ergeben, dass digitaler Stress über alle Branchen und Tätigkeiten hinweg in ganz Deutschland auftritt. Die Brisanz des Themas zeigt die Erkenntnis, dass digitaler Stress mit einer deutlichen Zunahme gesundheitlicher Beschwerden einhergeht und die berufliche Leistung verringert. Die Ergebnisse der Studie legen dabei nahe, dass es in den meisten Fällen nicht die Technologien alleine sind, die digitalen Stress verursachen, sondern vielmehr der Umgang mit den Technologien. Digitaler Stress beeinflusst dadurch nicht nur den beruflichen sondern auch den privaten Bereich von Arbeitnehmern und das nicht nur durch seine Auswirkungen auf die Gesundheit. Vielmehr hängt er auch mit der Verwischung der Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben und einem Trade-off zwischen der Erfüllung beruflicher und privater Pflichten zusammen.

Das Forschungsprojekt PräDiTec

Die Daten und Erkenntnisse der Studie legen Maßnahmen nahe, um Fehlbeanspruchungen durch digitalen Stress zu vermeiden. Mit der Entwicklung solcher Maßnahmen beschäftigt sich ein weiteres Forschungsprojekt (PräDiTec – Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien) unter der Leitung der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik. Ziel dabei ist es, zu analysieren, wie die Digitalisierung die Belastung und die Beanspruchung von Arbeitnehmern verändert. Außerdem werden spezifische Präventionsmaßnahmen erarbeitet. „Wir suchen nach Wegen, wie Technik gestaltet, konfiguriert und am Arbeitsplatz eingesetzt werden sollte. Zusätzlich erforschen wir, wie jeder einzelne damit umgehen kann, um digitalen Stress mit seinen negativen Folgen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu vermeiden“, sagt Professor Gimpel. Das Projekt hat eine Laufzeit von 36 Monaten und wird mit 2,1 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt. Die Projektpartner untersuchen dabei, welchen Einfluss individuelle Unterschiede zwischen Arbeitnehmern haben, wenn es um die Digitalisierung am Arbeitsplatz geht, um so Handlungsempfehlungen ableiten und entsprechende Präventionsmaßnahmen entwickeln und implementieren zu können. Sie berücksichtigen dabei unterschiedliche Perspektiven aus Wirtschaftsinformatik, Arbeitsmedizin, Arbeitspsychologie, aber auch von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern. Dafür wurden in den letzten Monaten diverse interdisziplinäre ExpertInneninterviews und Fokusgruppen durchgeführt. Zusammen mit den geführten Interviews, den Informationen aus der Erhebung des aktuellen Forschungsstandes und Sitzungen des Projektbeirats konnte ein breites Spektrum an Ursachen und Charakteristika von Technostress erarbeitet werden. Aus diesen Erkenntnissen sollen in den nächsten Monaten Präventionsmaßnahmen abgeleitet werden.

Die gesamte Studie ist abrufbar unter: www.fim-rc.de/kompetenzen/digitalisierung

Weitere Informationen zum Projekt PräDiTec finden Sie unter: www.gesund-digital-arbeiten.de

Info & Anmeldung zum 8. Technologietransfer-Kongress

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Studie und wie Unternehmen auf Technostress reagieren können, erfahren Sie auch in der TEAM 4.0 Weiterbildung „Arbeit 4.0: Mitarbeiter in Zeiten der Digitalisierung mitnehmen“. Informationen und Termine finden Sie hier: www.team-40.de

Halten Sie diesen Termin in Ihrem Kalender fest: 26. März 2019 im Technologiezentrum im Augsburg Innovationspark

Die Kongress-Webseite mit dem Programm und der Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie hier: www.technologietransfer-kongress.de

Ihre Ansprechpartnerin bei der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH:

Stefanie Haug
Telefon: 0821 450 10 235
E-Mail: stefanie.haug@region-A3.com