Als regionale Wirtschaftsförderungsgesellschaft haben wir uns das Thema nachhaltiges Wirtschaften auf die Fahnen geschrieben. Neben der individuellen Kompetenzentwicklung von Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit und CSR sehen wir vor allem den regionalen Dialog rund um den Themenkomplex als ein wichtiges Element der Regionalentwicklung. Zahlreiche Akteure gibt es in diesem Bereich im Wirtschaftsraum Augsburg. Deren (weiteres) Kennenlernen und Austausch über Projekte und Kooperationsmöglichkeiten stand beim Netzwerktreffen am 17.09.2019 im Vordergrund.

Andreas Thiel, Geschäftsführer der Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, begrüßte die 16 TeilnehmerInnen. Zusammengekommen sind in erster Linie Personen, die sich mit Nachhaltigkeit bzw. CSR im wirtschaftlichen Kontext beschäftigen wie beispielsweise CSR-Manager, Vertreter der Lokalen Agenda 21 oder Vertreter von Bildungseinrichtungen. Empfangen wurden die Gäste – passend zum Thema – im Bio Hotel Bayerischer Wirt: Das einzige Bio Hotel in Augsburg ist nicht nur zu 100 Prozent bio-zertifiziert, sondern legt auch einen Gemeinwohl-Bericht ab. Die Geschäftsführerin Rica Friedl überlegt stetig, wie sie das Thema Nachhaltigkeit umsetzen kann. Neuestes Projekt, so berichtete sie der Gruppe, sei der Versuch drei Monate lang ausschließlich mit regionalen Produkten aus Bayern zu kochen – Gewürze und Öl seien die einzige Ausnahme.

Nachhaltigkeit an der Universität Augsburg

Sandra Burger, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung, bot den TeilnehmerInnen in ihrem Vortrag einen umfassenden Überblick über Nachhaltigkeit an der Universität Augsburg. Bereits das bei der Gründung der Universität formulierte Motto „scientia et conscientia“, „Wissen und Gewissen“, verankert gesellschaftliche Verantwortung in dem Leitbild der Universität. Seit dem Jahr 2012 besteht mit dem Arbeitskreis Nachhaltigkeit ein vernetzendes Gremium für die fakultätsübergreifende Koordination von Nachhaltigkeitsthemen. Handlungsfelder, so Burger, seien in den Bereichen Forschung, Studium und Lehre, Campusgestaltung und Infrastruktur sowie Kooperationen. Sie berichtete von Plänen sowie von bereits umgesetzten Projekten im Kontext Nachhaltigkeit wie etwa dem School_Lab A³, bei dem SchülerInnen u.a. verschiedene Arten und Verbreitungen von Kunststoffen experimentell kennenlernen. Insbesondere Kooperationen und Vernetzung im Bereich Nachhaltigkeit mit anderen Universitäten, Unternehmen, Initiativen, der Stadt Augsburg etc. seien wichtig.

Aktuelle Nachhaltigkeitsprojekte in der Region

Eine Vernetzung der Akteure sowie das Ausloten gemeinsamer Projekte und gegenseitiger Unterstützungsmöglichkeiten war auch das Ziel des Netzwerktreffens. Die Teilnehmer tauschten sich über konkrete und bereits geplante Projekte im Wirtschaftsraum Augsburg aus. So soll zum Beispiel das Internetportal Nachhaltigkeitsatlas A³ Ansprechpartner, Institutionen und Good-Practice-Beispiele rund um nachhaltiges Wirtschaften speziell für Unternehmen aufzeigen. Der Lifeguide Augsburg als Internetportal für nachhaltigen Konsum und Lebensstil in und um Augsburg hat eine neue Rubrik eingeführt: Hier finden sich Inspirationen für Unternehmen zu nachhaltigem Wirtschaften. Zur häufig vernachlässigten inneren Nachhaltigkeit regte Christine Pehl an, in sich zu gehen, sich auf das Wichtige und Wesentliche zu konzentrieren – und so Raum und Kraft für Neues zu schaffen.

Hier eine kurze Übersicht der im Rahmen des Netzwerktreffens vorgestellten Projekte:

– AK Unternehmerische Verantwortung, Stadt Augsburg: Fokus N
– Bader & Rathgeber GmbH
– Bio Hotel Bayerischer Wirt
– BKK ProVita
– Büro für Nachhaltigkeit, Stadt Augsburg
– Hochschule Augsburg: hsa_transfer
– Landesamt für Umwelt, Infozentrum UmweltWirtschaft
– Lifeguide Augsburg
– Pehl-Beratung
– Blanca Pohl
– Purpur Magazin, liesLotte Medien Verlag
– Regio Augsburg Wirtschaft GmbH, Wochen der Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsatlas
– Schöffel Sportbekleidung GmbH
– Umweltcluster Bayern
– Universität Augsburg, Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung