Am 19.09. fand im München Hoch5 im Werk 3 des Werkviertels in München das Expertenforum für Quartiersentwicklung des BFW Landesverband Bayern e.V. statt. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den Herausforderungen und Entwicklungen des Gewerbeimmobilienmarkts. Diskutiert wurde, ob das Quartier die Zukunft für Wohnen, Leben und Arbeiten sei. Die Regio Augsburg Wirtschaft GmbH ließ sich diese thematisch aktuelle Veranstaltung nicht entgehen und war mit einem Ausstellerstand, der den Wirtschaftsraum Augsburg repräsentierte anwesend, um den Beteiligten die Potentiale der Region zu vermitteln.

Die ausgewählte Location eignete sich ausgezeichnet für die Debatte. Das Werk 3 liegt im Herzen des Werkviertels, welches über eine einzigartige Atmosphäre verfügt. Inmitten eines 39 Hektar großen Areals wurde eine Nutzungskombination aus Arbeiten, Wohnen und Leben geschaffen, die sowohl aus Büro- und Handelsflächen, als auch aus Flächen für Kunst, Entertainment und Gastronomie besteht.
Ein besonderes Highlight der Location ist die Dachterrasse des Werks auf der sich eine Stadtalm befindet. Dabei handelt es sich um eine 2500 Quadratmeter große Freifläche auf der insgesamt acht Lämmer inklusiv der Muttertiere, sowie ein paar Hühner leben. Das Naturprojekt zeigt, dass durch konsequente Dachbegrünung auch zusätzliche Naturflächen mitten in der Stadt geschaffen werden können. Andreas Eisele, Präsident des BFW, lobte die Entwicklung des Quartiers: „Ich hoffe, dass sich solche Quartiere noch öfter entwickeln lassen.“

Der BFW und Lidl präsentieren in Auftrag gegebene Studie

Der Einzelhandel entwickelt sich deutlich schneller als andere Asset-Klassen. Passend dazu präsentierte Marek Franz von der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG erstmals die gemeinsam mit dem BFW in Auftrag gegebene Studie „Reurbanisierung des Lebensmitteleinzelhandels“. Der Lebensmitteleinzelhandel nimmt an Bedeutung zu und entwickelt sich noch besser als der Einzelhandel generell. Diese Tendenz resultiert unter anderem aus dem ansteigenden Verstädterungsgrad und der damit verbundenen steigenden Bedeutung von Innenstädten. In der Studie wurde das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung analysiert. Die Studie ergab, dass ab 2028 der PKW Besitz abnimmt und somit die alltägliche Grundversorgung der Bevölkerung fußläufig erledigt werden muss. Auch steigt mit den Jahren die Distanzsensibilität. Aus den Erkenntnissen schließt Lidl, dass eine Positionierung weiterer Filialen rentabel ist, auch in München, der am dichtesten besiedelten Stadt Deutschlands.

Raum wird zu knappsten Ressource

Mit den neuen Metropolfilialen steht Lidl in Konkurrenz zu anderen raumbeanspruchenden Funktionen wie beispielweise Wohnen und Erholung. Um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein, setzt der Discounter neue, innovative Konzepte um. So werden kleinräumige Flächen in Innenstädten, die regulär nicht mit der klassischen Lidl Gebäudekonzeption einhergehen, umgebaut. Außerdem werden Flächen in höheren Geschossen für die Eröffnung neuer Filialen genutzt, es wird auf bis zu vier Geschosse verdichtet. Ein Pilotmarkt feierte am Tag des Expertenforums in Frankfurt Eröffnung.

Digitalisierung ist auch in der Quartiersentwicklung ein Thema

Neben dem Mangel an Raum und den sich stetig verändernden Rahmenbedingungen für den Lebensmitteleinzelhandel lag ein weiterer Schwerpunkt des Expertenforums auf digitalen und smarten Lösungen sowohl im Quartier, als auch in der Arbeitswelt. Roger Dierig von der innogy SE stellte dabei im Zuge seines Vortrages intelligente Lösungen und Konzepte, wie automatisierte, lichtdimmende Straßenlaternen vor. Sabine Sauber von Design Offices gab den Teilnehmern einen Einblick in die Welt der flexiblen Arbeitslandschaften und des Corporate Coworking.

Die Diskutanten in der abschließenden Diskussionsrunde stellten fest: Flächen müssen hochverdichtet werden, auch Gewerbe braucht einen festen Platz in München. Wohnen und Gewerbe darf nicht gegeneinander ausgespielt werden, alles muss miteinander wachsen.