Wettbewerb in Architektur und Baukultur führt zu neuen Innovationen und Ideen. Im Wirtschaftsraum Augsburg wurden in diesem Bereich erneut Auszeichnungen und Preise verliehen. Das ehemalige Ofenhaus im Gaswerk Augsburg erhielt den German Design Award, der Weltrekord für Isoliergas geht in den Wirtschaftsraum Augsburg und für den Sheridan Campus I, ein Vorzeigeprojekt für innovative Arbeitswelten, ist die Entscheidung im Architektenwettbewerb gefallen.

Ofenhaus gewinnt German Design Award 2020

Das ehemalige Ofenhaus auf dem Augsburger Gaswerkareal erhielt für das Theaterfoyer und das Restaurant den German Design Award 2020 in der Kategorie „Excellent Architecture“. Das Gaswerk befindet sich im Augsburger Stadtteil Oberhausen. Seit der Stilllegung des Gaswerks und des Industriegeländes im Jahr 2017 wird der Standort von den Stadtwerken Augsburg (swa) in Kooperation mit der Stadt Augsburg Schritt für Schritt zu einem Areal für Kultur- und Kreativwirtschaft sowie für die Theater-, Kunst- und Musikszene der Region entwickelt. Im vollständig entkernten Hauptraum mit einer Höhe von ca. 19 Meter waren ursprünglich Hochöfen montiert, die zur Gewinnung von Stadtgas aus Steinkohle dienten. In den umgebauten Räumen lässt bereits das Foyer ‒ durch die Verwendung von Samt, schwarzem Stahl und Messing ‒ die historische Nutzung des Industriedenkmals erkennen.

Die Besucher erleben eine Mischung aus Rauheit und Eleganz, Geschichte und Modernität. Ein Highlight stellt die im Raum schwebende Metallgewebe-Wolke dar. Sie weckt Assoziationen zu Wasserdampf (der ursprünglichen Stadtgasgewinnung) und dem Rauch aus der Zigarre von Berthold Brecht. Inzwischen hat sich das „Ofenhaus“ mit der Brechtbühne des Staatstheaters und dem neuen Restaurant als Anlaufstelle für Kunst und Kulturbegeisterte etabliert.Die Planung und Bauzeit auf der 650 Quadratmeter großen Fläche fand vom März 2018 bis Januar 2019 statt. Neben dem Bauherren, die swa Stadtwerke Augsburg Kreativwerkstatt GmbH, waren folgende Kreative entscheidend am Projekt beteiligt: Innenarchitekturbüro Kolb, Architekturbüro Wunderle+Partner, Korona Leuchten und Gerold Sauter Metallbildhauer.

Weltrekord für Isolierglas

Titus Bernhard Architekten mit Andreas Weißenbach zeichnet verantwortlich für den Entwurf des Wagner Design Lab, Showroom für den Sitzmöbelhersteller Topstar/Wagner, in Langenneunach im Landkreis Augsburg. Der Entwurf bestand aus einem Kubus als Überbau für das ehemalige Wohnhaus der Familie Wagner. Das Highlight besteht aus vier Dreifach-Isoliergläsern mit einer Größe von 3,04 x 19,21 Metern. Produziert wurde dieses von dem Glasveredler sedak aus Gersthofen im Landkreis Augsburg.

Der Kubus gleicht einer schwebenden Bühne, die auf schlanken Stahlträgern lagert. Auffallend sind die 117 Quadratmeter großen Glasfassaden an den Längsseiten, die aus nur zwei Isoliergläsern bestehen. Mit knapp 20 Metern Länge sind es weltweit die Gläser, die in diesem Überformat verbaut wurden. Damit schafft es die Firma Sedak ins Guinness-Buch der Rekorde. Der erste Meilenstein war der Einbau der Fassaden Anfang März, weitere folgen. Unter der Devise „Gemeinsam Großes bewegen“ entstand das Projekt in enger, und nachbarschaftlicher, Partnerschaft der Unternehmen Topstar/Wagner und Sedak.

Architektenwettbewerb für Sheridan Campus

Mit dem Sheridan Campus entsteht unweit des Sheridan Towers ein weiteres innovatives Bürogebäude im Sheridan Park. Auf dem 11.500 Quadratmeter großen Grundstück plant die ECO Office GmbH & Co. KG rund 15.000 Quadratmeter Büromietfläche. Neben einem nachhaltigen Gebäudekonzept wird beim Sheridan Campus einzigartige Architektur großgeschrieben. Die fachmännische Jury, die aus Experten im Bereich der Architektur bestand, entschied sich für Hascher Jehle, da der Entwurf besonders gut auf die städtebauliche und freiraumplanerische Struktur des Sheridan Parks einging.

Für den Bürokomplex wird Wert auf ein fließendes und dynamisches Raumkonzept mit größtmöglicher Flexibilität und Individualität gelegt. Eine offene Bürolandschaft wird in das Konzept eingearbeitet, die sich terrassenförmig abtreppt und nach Süden öffnet. Positiv ragten auch die weichen Formen und die Vernetzung mit den Freiflächen zum Park heraus. Mit diesem Vorhaben realisiert ECO Office nach dem bereits ausgezeichneten Sheridan Tower ein weiteres LEED-zertifiziertes Büroprojekt. Baubeginn ist ab Mitte 2021, die Fertigstellung Ende 2022/Anfang 2023 geplant.

Weitere architektonische Highlights

Weitere architektonische Highlights wurden in Augsburg bereits angestoßen. Der Augsburg Innovationspark erhält mit dem Innovationsbogen der WALTER Beteiligungen und Immobilien AG (WBI) eine Symbiose aus herausragender internationaler Architektur, Energieeffizienz und maximaler Flexibilität. Der Entwurf dazu stammt von Hadi Teherani Architects aus Hamburg. Insgesamt können auf dem WALTER Campus 130.000 Quadratmeter Flächen für Firmen und Institutionen realisiert werden.

Der Augsburg Innovationspark erhält noch ein Highlight-Projekt, das zugleich ein Good-Practice-Beispiel für Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft darstellt. Nämlich das Joint-Venture Projekt namens Weitblick 1.7 der LeitWerk AG und AUDAX Projektentwicklung GmbH. Auf 17.300 Quadratmeter Gesamtmietfläche entstehen unter anderem Büro- und Arbeitswelten 4.0 in räumlicher Nähe zur Universität, Forschungseinrichtungen und den bereits ansässigen Instituten wie Fraunhofer, DLR und MRM.

Kompetenz aus dem Wirtschaftsraum Augsburg: Auf  überregionaler Ebene war die LeitWerk AG als Generalplaner und Bauleiter an dem Projekt „WAVE waterside living Berlin“ beteiligt, das im Februar für den MIPIM Award in der Kategorie „Best residential development“ nominiert wurde. Seit 1991 werden beim MIPIM Award in Cannes die weltweit besten Projekte des Immobilienmarktes vorgeschlagen. Unter den 228 eingereichten Projekten aus 45 Ländern hat es das Projekt „Wave“ unter die Top vier in seiner Kategorie geschafft und ist somit für die finale Preisverleihung aufgestellt.