Der Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln wird im Wirtschaftsraum Augsburg gefördert. Dazu tragen im  Landkreis Aichach-Friedberg das Radverkehrskonzept und im Landkreis Augsburg das Mobilitätskonzept bei. Und in der Stadt Augsburg wurde die City-Zone Augsburg eingeführt. Die Weichen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität sind gestellt.

City- Zone unterstützt Umwelt und Einzelhandel

Die Stadt Augsburg führte im Januar dieses Jahres die City-Zone ein. Sie beschreibt neun Stationen rund um den Augsburger Königsplatz. Innerhalb dieser Stationen ist das Fahren mit dem Bus und der Straßenbahn kostenlos. Die City Zone gehört zur Augsburger Agenda für Mobilität und ist ein Gemeinschaftsprojekt von der Stadt und den Stadtwerken. Durch die neue Maßnahme wird auch CO2 gespart und die Luftreinhaltung verbessert, indem der Parksuchverkehr verringert wird. Darüber hinaus stärkt das Projekt den Einzelhandel und die Innenstadt wird für BesucherInnen noch attraktiver. Augsburg übernimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle.

Vielzahl an Mobilitätskonzepten

Der Landkreis Aichach-Friedberg hat ein Radverkehrskonzept erstellt, um das Fahrradfahren im Alltag attraktiver zu machen. Es stärkt den Radverkehr, verbessert die Verknüpfung mit dem ÖPNV und fördert die Gesundheit. Auch hilft es CO2 einzusparen. Der Freizeitfahrradfahrer profitiert ebenfalls von dem Bau neuer Wege und dem Ausbau des bestehenden touristischen Radwegenetzes. Die Ziele sind auch im Klimaschutzkonzept des Wirtschaftsraums Augsburg in der Initiative „Fahrradregion 2020“ festgelegt und Teil weiterer Maßnahmen, wie die Stärkung des ÖPNV-Angebots und eines klimafreundlichen Wirtschaftsverkehrs. Auf der Meldeplattform RADar! können BürgerInnen zudem Mängel im Radwegenetzt melden. Die Radinfrastruktur kann dadurch weiter verbessert werden.

Der Landkreis Augsburg entwickelt gleichermaßen Strategien für eine zukunftsfähige Verkehrsplanung und erarbeitet im Frühjahr 2020 ein Mobilitätskonzept. Darin behandelt werden die zukünftigen Projekte des Landkreises, wie der Ausbau des ÖPNV, der Nahmobilität, des Radverkehrs und der e-Mobilität. Aber auch die Straßeninfrastruktur und der Schienenverkehr werden weiterentwickelt, Pendler- und Verkehrsströme mit einbezogen. Das Mobilitätskonzept wird überregional realisiert.

Carsharing und e-Mobilität

Darüber hinaus bieten die Stadt Augsburg und die Stadtwerke ein breites, nachhaltiges Mobilitätsangebot. Dieses enthält ein großes Carsharing-Angebot, das an über 80 Standorten genutzt werden kann. 200 Fahrzeuge verschiedener Modelle sind Bestandteil des Angebots. Der Strom für die Elektroautos kann an 25 Ladesäulen getankt werden. Zudem haben die Stadtwerke eine Mobil-Flat mit einem Fixpreis entwickelt, für die Nutzung von Carsharing, Bus, Tram und Rad. Zusätzlich zu den angestrebten und bereits realisierten Maßnahmen erhalten die Stadt und der Landkreis Augsburg Mittel aus dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes für Verkehrs- und Parkleitsysteme. Dies schafft eine Finanzierungsgrundlage für den weiteren Ausbau der Infrastruktur.

Ausbau von Fernverkehrsanschlüssen

Die deutsche Bahn bindet Augsburg noch besser an die Fernverkehrsanschlüsse an. So soll es bis zu 40 Prozent mehr Fernzüge zwischen München, Augsburg und Stuttgart geben. Grund für die Investition ist eine zunehmende Nachfrage auf der Strecke. Augsburg erhält dadurch vergleichbare, attraktive Anbindungen wie München oder Nürnberg. Zwischen Augsburg und Nürnberg werden im Regelfahrplan Fernverkehrszüge tagsüber im Abstand von maximal 2.45 Stunden mit einer Fahrzeit von 1.15 Stunden fahren. Zwischen Augsburg und Berlin oder Hamburg werden mehr direkte und/oder mehr schnelle Verbindungen angeboten.

Der Streckenausbau von Ulm nach Augsburg, einer zentralen Verkehrsachse in Bayerisch Schwaben, wird aktuell vorbereitet. Der Bund hat das Projekt Ulm–Augsburg im sogenannten Bundesverkehrswegeplan 2030 in den vordringlichen Bedarf eingestuft – das heißt, es hat höchste Priorität. Die Fahrtzeit im Fernverkehr zwischen Ulm und Augsburg soll von bisherigen ca. 40 Minuten auf 27 Minuten verkürzt werden. Dafür sollen mehr Kapazitäten auf der Strecke geschaffen und der schnelle Fernverkehr vom langsameren Nah- und Güterverkehr auf neue Gleise getrennt werden. In der Startphase des Projekts finden die Vermessungsarbeiten im Rahmen der Grundlagenermittlung statt. Diese Entwicklung wird durch den laufenden Umbau des Augsburger Bahnhofes begünstigt. In Zukunft werden Stadt und Land besser miteinander verknüpft, da die Taktung der Regionalzüge verdichtet wird.

Vollautomomatisches Fahrradparkhaus

In Augsburg wird dieses Jahr Bayerns erstes vollautomatisches Fahrradparkhaus gebaut. Das Projekt wird vom Freistaat Bayern mit rund 723.000 Euro gefördert. Das Fahrradparkhaus ebnet den Weg zur Fahrradstadt Augsburg. Es ist eines von insgesamt drei geplanten Projekten mit jeweils 120 bis 150 Stellplätzen. Die Kosten für alle drei Fahrradparkhäuser werden mit Mitteln vom Freistaat gefördert. Durch die Verbesserung des Angebots und die ideale Verknüpfung der Verkehrsmittel sollen die BürgerInnen animiert werden, Fahrräder und Straßenbahnen, anstatt von PKWs, zu nutzen.