Mit einer Vielzahl von städtebaulichen Projekten wird der Grundstein für ein modernes und vitales Augsburg gelegt. Im Stadtteil Augsburg-Hochzoll werden neue Anreize zur Ansiedlung von Handel und Dienstleistern geschaffen; auf den ehemaligen Ladehöfen neben dem Hauptbahnhof entstehen bereits Wohnungen – und im Südwesten Haunstettens wird ein ganzes neues Stadtquartier entstehen. Dies sind nur wenige Beispiele einer Vielzahl an Projekten, die alle eine nachhaltige Aufwertung und Entwicklung von Flächen zum Ziel haben.

Wettbewerb für Haunstetten-Südwest

Durch das große Arbeitsplatzangebot und eine hohe Lebensqualität übt die Stadt Augsburg große Anziehung für viele Menschen aus. Die Stadt wächst stetig. Aufgrund dieser Entwicklung muss neuer Wohn- und Lebensraum geschaffen werden. Die vorhandenen Bauflächenpotentiale innerhalb des Stadtgebiets können den prognostizierten Bedarf langfristig nicht decken, so dass die Stadt Augsburg nun in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtteil Haunstetten eine ganzes neues Stadtquartier plant. Mit rund 200 Hektar zusammenhängender Fläche und der Nähe zu Naherholungsräumen liefert das Gebiet im Südwesten von Augsburg die besten Voraussetzungen für eine Siedlungserweiterung.

Dabei soll ein neues, innovatives Stadtquartier mit ausgedehnten Grün- und Freiflächen entstehen. Die Stadt Augsburg hat sich zum Ziel gesetzt Wohnraum für mindestens 10.000 Einwohner und mindestens 5.000 Arbeitsplätze nach den Grundsätzen einer „Stadt der kurzen Wege“ zu schaffen. Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Soziales sollen stark miteinander verbunden werden. Das heutige Haunstetten und das Haunstetten von morgen sollen zusammenwachsen, so dass künftig beide voneinander profitieren. Die Entwicklung ist auf viele Jahre angelegt.

2019 wurde ein europaweiter Ideen- und Realisierungswettbewerb ausgelobt. Im Januar 2020 kam das Preisgericht zusammen und kürte die Preisträger der zweiten Wettbewerbsstufe. Aufbauend auf dem ausgewählten Entwurf wird nun im nächsten Schritt ein städtebaulicher Rahmenplan erarbeitet. Danach kann mit der abschnittsweisen Aufstellung von Bebauungsplänen und Realisierung  begonnen werden. Die Stadt Augsburg legt im gesamten Planungsprozess besonderen Wert auf die Einbindung ihrer BürgerInnen. Weitere Informationen zu den weiteren Preisträgern sind zu finden auf: augsburg.de/haunstetten-entwickeln.

Revitalisierung von Stadtteilen

Vitale Stadtteilzentren spielen eine entscheidende Rolle für die Lebensqualität. Die Stadt Augsburg verfolgt daher das Ziel, die vorhandenen Stadtteilzentren zu stärken und aufzuwerten. Ein Beispiel hierfür ist der Stadtteil Hochzoll. Durch ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept ISEK und die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren” (Nachfolger des Förderprogramms „Leben findet Innenstadt”) wurden im Jahr 2010 die Voraussetzungen für die Aufwertung Hochzolls geschaffen. In Zusammenarbeit mit den Anwohnern und Eigentümern soll die Aufenthaltsqualität im Zentrum verbessert und neue Anreize zur Ansiedlung geschaffen werden.

Der öffentliche Raum wird aufgewertet, der Standort als attraktiver Wohn- und Einkaufsort gestärkt. Es gilt Hochzolls Mitte zu beleben und die wirtschaftliche Attraktivität des Stadtteilzentrums durch standortstärkende Projekte, insbesondere zur Förderung des Gewerbes vor Ort, zu steigern. Mit der Aufwertung der Randbereich der Friedberger Straße, der Neugestaltung des Zwölf-Apostel-Platzes und der Sanierung der Alten Schule wurde schon viel erreicht. Ein privater Investor erweitert momentan den bestehenden REWE-Markt im Stadtteilzentrum und ergänzt ihn mit zwei Ladenzeilen. Im vorderen Bereich rund um das Postgebäude wird ein öffentlicher Quartiersplatz entstehen. Die benötigten Freiflächen hat die Stadt Augsburg erworben.

Der Stadtteil Hochzoll liegt östlich des Lechufers, hat circa 20.500 Einwohner und ist ein beliebter Wohnstandort. Dazu zählt beispielsweise die herausragende Lage an Lech, Siebentischwald und Kuhsee. Die städtebauliche Struktur des Stadtteils ist durch die lineare Hauptverkehrsachse Friedberger Straße geprägt. Hier ist ein Großteil der gewerblichen und öffentlichen Nutzungen im Stadtteil konzentriert.

Entwicklung innerstädtischer Flächenpotentiale

Ein Beispiel für die Entwicklung einer großen innerstädtischen Brachfläche sind die ehemaligen Ladehöfe neben dem Hauptbahnhof, das Projekt „Beethovenpark“. Die früher als Umschlagplatz zwischen Straße und Schiene durch die Deutsche Bahn AG genutzten drei ehemaligen Ladehöfe („innerer”, „mittlerer” und „äußerer”) stellten eines der wenigen großen Flächenpotentiale der Stadt Augsburg in zentraler Lage dar. Diese Flächen werden derzeit als hochwertige urbane Quartiere revitalisiert, welche die benachbarten Stadtviertel arrondieren und wichtige gesamtstädtische Funktionen erfüllen.

Der äußere Ladehof ist bereits komplett mit Wohnungen sowie einem Bürogebäude mit Einzelhandelsstandort bebaut. Auf den restlichen Flächen rollen bereits die Bagger. In einem ersten Schritt werden die neuen Erschließungsstraßen gebaut. Im inneren Ladehof ist südöstlich des Hauptbahnhofs entlang der Gleisanlagen ein bis zu sechsgeschossiger offener Gebäuderiegel mit Hotel, Boardinghaus sowie Läden geplant, die das Geschäftsviertel um den Bahnhof ergänzen. Nördlich davon ist ein modernes Regionalbus-Terminal vorgesehen.

Auf dem mittleren Ladehof soll ein attraktives, urbanes Wohnviertel entstehen, dessen Bebauungsstruktur den Maßstab der Gründerzeitbebauung des benachbarten Beethovenviertels aufnimmt. Hier ist eine vier- bis sechsgeschossige Bebauung vorgesehen, die im ruhigen Innenbereich des Quartiers und in Richtung Friedhof in Form freistehender Stadtvillen ausgebildet wird. Instone Real Estate hatte dort die Grundstücke von der Eigentümerin, Aurelis Real Estate, erworben und baut rund 400 Wohnungen bis 2022. Die Entwicklung der zentral gelegenen ehemaligen Ladehöfe trägt zur Stärkung der Innenstadt bei und folgt dem Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“.