Im Wirtschaftsraum A³ siedeln sich gleich mehrere bayerische Behörden an: Ein Teil des Bayerischen Bauministeriums wird aktuell nach Augsburg verlagert und in Aichach eröffnet noch in diesem Jahr einer von fünf Behördensatelliten in Bayern. Damit werden die Pendlerströme nach München verringert und die Wirtschaftsregion Augsburg weiter gestärkt.

Ein Gewinn für die gesamte Bauverwaltung in Schwaben

Bereits Anfang des Jahres hatte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder angekündigt, einige bayerische Behörden verlegen zu wollen. Im April 2020 fiel der Startschuss für die Verlagerung des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr nach Augsburg. Augsburg ist damit nach Nürnberg und München die dritte Stadt in Bayern, in der die Staatsregierung Ministerien unterhält.

Gemeinsam mit dem schwäbischen Regierungspräsidenten Dr. Erwin Lohner und der neuen Oberbürgermeisterin Eva Weber hatte Bayerns Staatssekretär im Bau- und Verkehrsminsterium Klaus Holetschek die neue Liegenschaft in der Langenmantelstraße 1 besucht und die unterzeichneten Mietverträge übergeben. Die Langenmantelstraße 1 befindet sich im sogenannten „Stadtjägerviertel“ in der nördlichen Innenstadt von Augsburg. Im ehemaligen Telegrafenamt ist seit Dezember 2019 bereits ein Teil des Staatlichen Bauamts Augsburg untergebracht. Bald ziehen dort außerdem Teile der Regierung von Schwaben ein. Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner zeigte sich optimistisch:

Wir freuen uns darüber, dass demnächst die ersten Kolleginnen und Kollegen in das Bürogebäude einziehen können. Das Objekt ist für Verwaltungszwecke optimal. Der direkte Draht zum Bauministerium in Augsburg ist für die gesamte Bauverwaltung in Schwaben sicher ein Gewinn. Wir haben ein gutes Konzept für die gemeinsame Nutzung der Liegenschaft entwickelt.

Auch Holetschek freute sich, dass es mit der Suche nach einem geeigneten Gebäude schnell ging. Er sei optimistisch, dass nach einigen notwendigen Umbaumaßnahmen die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die neuen Räume schon im Sommer beziehen könnten. Ab Herbst 2020 sollen dann etwa 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Langenmantelstraße arbeiten. Bei der Verlagerung setzte Holetschek auf Freiwilligkeit, denn es würden nur diejenigen nach Augsburg versetzt, die das auch möchten und sich freiwillig melden würden.

Dauerhafte Lösung für Augsburg ab 2023

Vom Nutzen ist auch Eva Weber überzeugt. Die schnelle Umsetzung sei ein gutes Zeichen und klares Bekenntnis für Augsburg als Metropole, so Weber. Nach ihrer Einschätzung wird die Stadt zukünftig von den Synergieeffekten profitieren können, da die Themenfelder Mobilität und Wohnen im Ballungsraum Augsburg von großer Bedeutung sind.

Für das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr stellt die Anmietung der Räumlichkeiten nur eine Übergangslösung für die kommenden drei Jahre dar. Für die Zeit ab 2023 wird eine dauerhafte Lösung in Augsburg gesucht. Dann sollen rund 200 der derzeit etwa 580 Beschäftigten des Bau- und Verkehrsministeriums in Augsburg arbeiten.

Dezentrale Arbeitsplätze auch für Aichach

Mit der Unterzeichnung eines Mietvertrags im Februar 2020 wurde es amtlich: Das Pilotprojekt der Behördensatelliten startet auch in Aichach. Ein Behördensatellit ermöglicht Fernpendlerinnen und -pendlern aus dem Landkreis Aichach-Friedberg, den umliegenden Landkreisen und der Stadt Augsburg, sich in den Satelliten tageweise einen von jeweils 20 Arbeitsplätzen zu reservieren. So können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berufsbedingte Fahrten in die bayerische Landeshauptstadt München vermeiden. Damit würden die Beschäftigten sich künftig Zeit und Geld sparen und mehr persönliche Flexibilität und Lebensqualität gewinnen, betonte Finanz- und Heimatminister Albert Füracker.

Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Das Konzept wurde bereits 2018 vom bayerischen Minister Präsident Markus Söder vorgestellt. Das Ziel sei, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern und gleichzeitig Pendlerströme zu vermeiden, so Söder.

Der Freistaat Bayern eröffnet damit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, außerhalb der Ballungsräume zu leben und gleichzeitig ihren angestammten Dienstsitz behalten zu können,

sagte auch Füracker.

Aichach ist einer von insgesamt fünf Standorten, an denen die Arbeitsmöglichkeiten als Pilotprojekt installiert werden. Die Auswahl der Zielorte erfolgte anhand eines objektiven Kriterienkatalogs: Behördensatelliten sollten demzufolge außerhalb des Verdichtungsraums und vor Staupunkten liegen, ein hohes Pendlervolumen aufweisen und gut an das Verkehrsnetz angebunden sein. Sollte es sich bewähren, könnte es auf weitere Regionen ausgedehnt werden.

Aichach ist ein perfekter Standort für einen solchen Stützpunkt mit einem großen Einzugsgebiet. Das „Wittelsbacher Land“ ist attraktiver Wohn- und Lebensraum, insbesondere für junge Familien. Die Eröffnung ist noch in diesem Jahr geplant. Das Neubauprojekt wird in nachhaltiger Holzbauweise errichtet und mit bestmöglichen Energiestandards sowie Elektroladestationen ausgestattet. Somit wird ein modernes und barrierefreies Arbeitsumfeld für die Bediensteten des Freistaats geschaffen. Das Gebäude befindet sich zukünftig in zentraler Lage nahe dem Bahnhof und der Innenstadt.