Interview mit Rainer Egle, Geschäftsführer Bavaria Immobilien GmbH

Die meisten denken bei Co-Working an kleine Startups, die sich in der Anfangsphase Räumlichkeiten teilen. Dass ein kooperatives Miteinander auch im großen Stil möglich ist und sich lohnt, zeigt das BAVARIA Business Center in Langweid im Landkreis Augsburg. Wir haben mit Herrn Egle, Geschäftsführer der BAVARIA Immobilien AG, Inhaber des BAVARIA Business Centers und Partner der A³ Standortkampagne über sein Verständnis von Kooperation und über die Wichtigkeit eines gemeinschaftlichen Miteinanders gerade in Zeiten von COVID-19 gesprochen.

Herr Egle, die Philosophie des BAVARIA Business Center (BBC) ist gelebte Kooperation. Insbesondere kleine Unternehmen werden bei Ihnen stark unterstützt und können sich so schrittweise vergrößern. Wie sieht die Unterstützung in Ihrem Hause konkret aus?

Wir haben hier im Haus ein sehr starkes Netzwerk: Im BBC sind unterschiedliche Firmen verschiedener Branchen angesiedelt – von Versicherungsmakler, über Rechtsanwälte, Werbefirmen bis hin zu Handyreparaturen. Insbesondere für kleine Unternehmen in der Gründungsphase ist dies ein klarer Vorteil, um sich ein gutes Fundament aufzubauen. Hier erhalten sie nahezu ein Rundumpaket an Unterstützern, und das mit kurzen Wegen und einem persönlichen Ansprechpartner direkt vor Ort. Aber auch größere Unternehmen profitieren vom starken Netzwerk und der räumlichen Nähe. Und was man nicht vergessen darf: Mit den anderen Mietern sind natürlich auch viele potentielle Kunden in direkter Nähe.

Was uns zu unserem Rundumpaket aktuell ehrlicherweise fehlt, um die kurzen Wege vollständig umsetzen zu können, sind momentan beispielsweise ein Steuerberater, EDV-Manager und weitere Anwälte – aber ich bin zuversichtlich, dass wir hier wieder schnell fündig werden.

War der Kooperationsgedanke bereits bei der Eröffnung des Business Centers Teil der BAVARIA-Philosophie?

Der Kooperationsgedanke war nicht nur Teil unserer Philosophie, sondern ist das Fundament des BBC. Ich war in der Vergangenheit bereits als Hausverwalter in Vermittlungstätigkeit einer großen Anlage tätig. Bereits hier sah ich das große Potential von Kooperationen – allerdings hatte der damalige Eigentümer keinerlei Interesse, Kooperationen oder Co-Working zu etablieren. Für mich war schnell klar: Sollte ich nochmals ein so großes Objekt betreuen – was definitiv mit viel Aufwand verbunden ist – dann nur mit mir als Eigentümer und ausschließlich als Kooperationsgemeinschaft. So wurde das BBC geboren.

Wie hat die aktuelle Corona-Situation Ihre Unterstützungsleistung und den Beratungsbedarf Ihrer Mieter verändert?

Ich sehe mich selbst in einer Koordinator- und Vermittlerfunktion im BBC: Meine Mieter kommen mit Problemen zu mir und wir suchen gemeinsam einen guten und schnellen Lösungsweg. Daher hat sich meine Unterstützungsleistung nicht wirklich verändert – die Probleme, mit denen meine Mieter zu mir kommen, haben sich allerdings drastisch verändert: Hier geht es plötzlich darum, wie Auszahlungen beantragt, wie Personalkosten oder auch Arbeit verteilt werden können usw. Manchmal sind die Probleme leider existenzieller Natur.

Haben Sie ein positives Beispiel, wie Sie ein Unternehmen in den letzten Wochen begleitet haben?

Ja, sogar einige. Da ist zum Beispiel die Blumen-Spedition, die durch Corona keinen einzigen Auftrag mehr hatte – deren Arbeiter jedoch bei einem anderen Mieter mit boomendem Online-Handel aushelfen und Entlassungen damit vermieden werden konnten. Oder unsere neue Gastronomie, die am 1. November mit denkbar schlechtem Timing zum Lockdown eröffnet hat. Dass er unter diesen erschwerten Bedingungen ohne Berechtigung auf Hilfezahlungen nicht alle Kosten stemmen kann, ist auch klar. In diesem aber auch in weiteren Fällen, versuchen wir so gut es geht zu unterstützen – auch wenn dies in Form von Mietaussetzungen auf unsere eigenen Kosten geht. So erhalten jedoch gerade die Mieter, die keine Unterstützungszahlungen oder Bankkredite erhalten, konkrete Hilfe und Insolvenzanträge können verringert werden. Außerdem sind wir Teil des Gewerbeverbands Langweid – auch hier entstanden in den vergangenen Monaten gute Kooperationen, die vielen meiner Mieter finanziell sehr geholfen haben.

Bitte antworten Sie abschließend kurz und knapp: Was ist für Sie die Grundlage einer guten Kooperation?

Ehrlichkeit, Offenheit und Vertrauen.